Jetzt läuft die Zeit: In New York notierte chinesische Konzerne sollen ihre Geschäftsabschlüsse nach US-Regeln prüfen lassen, sonst droht ein Delisting an US-Börsen. Ein massiver Abverkauf chinesischer Tech-Werte folgte.

Der Hang Seng Tech Index in Hongkong beendete den Freitag mit einem Minus von 4,3 Prozent, nachdem er am Morgen noch um 8,9 Prozent gefallen war. Zuvor waren chinesische Techwerte einer massiven Verkaufswelle ausgesetzt. Regulatorische Bedenken haben die Anleger zusätzlich nach einer hochvolatilen Woche verunsichert.

Der Nasdaq Golden Dragon China Index sank über Nacht um zehn Prozent und verzeichnete damit den stärksten Einbruch seit Oktober 2008.

Wie Bloomberg berichtet, waren Verhandlungen zwischen China und den USA reibungslos verlaufen. Beide Seiten hätten ihre Bereitschaft zur Lösung der Probleme bekundet. Die Indizes konnten daraufhin ihre Verluste etwas minimieren. Der Benchmark Hang Seng schloss bei einem Minus von 1,6 Prozent.

Die USA hatten im Dezember 2020 ein Gesetz verabschiedet, wonach in den USA notierte chinesische Unternehmen dazu verpflichtet sind, Aufsichtsbehörden wie dem Public Company Accounting Oversight Board die Überprüfung ihrer Finanzprüfungen zu ermöglichen.

Der Holding Foreign Companies Accountable Act setzt den Unternehmen und ihren Abschlussprüfern eine Frist von drei Jahren, um dem Gesetz nachzukommen. Mit der Bekanntmachung der SEC am Donnerstag beginnt für folgende fünf Unternehmen der Countdown für die Einhaltung der Vorschriften: Fast-Food-Riese Yum China, die Biotechnologiekonzerne BeiGene, Zai Lab und HutchMed sowie das Technologieunternehmen ACM Research.

Die Unsicherheit hat in den letzten Jahren zu einem Anstieg der Zweitnotierungen chinesischer Unternehmen in Hongkong geführt, darunter Alibaba, JD.com und NetEase. Am Donnerstag nahm der Elektroautohersteller Nio den Handel mit seinen Aktien in Hongkong auf.

Autorin: Gina Moesing, wallstreet:online Zentralredaktion


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