FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Commerzbank <DE000CBK1001> muss bei einem Großprojekt ihres Sanierungsplans mehr Zeit einplanen als gedacht. Die eigentlich für Anfang 2020 geplante Auslagerung der Wertpapierabwicklung an die britische Großbank HSBC <GB0005405286> verzögert sich, wie eine Commerzbank-Sprecherin am Donnerstag auf Nachfrage bestätigte. Der "Wirtschaftswoche" zufolge soll es erst 2021 so weit sein. Die Sprecherin sprach nur von einem mehrstufigen Verfahren. Die Verzögerung begründete sie mit zusätzlichen Anforderungen, darunter die geplante Komplettübernahme der Online-Bank Comdirect.

Auch die erhoffte Kostensenkung könnte dadurch erst später Wirklichkeit werden. Der Deal gilt laut "Wirtschaftswoche" als eines der größten Outsourcing-Projekte im deutschen Bankensektor überhaupt. HSBC bestätigte dem Magazin, dass einzelne Projektkomponenten trotz der Verschiebung im laufenden Jahr starten sollen.

An diesem Joint Venture soll die Commerzbank früheren Angaben zufolge einen Minderheitsanteil von 20 Prozent halten. Die Partnerschaft soll zunächst über zehn Jahre laufen. Die HSBC baue in Frankfurt einen neuen Standort auf, betroffene Commerzbank-Mitarbeiter sollten sich dort bewerben. Die Commerzbank streicht im Zuge ihres Sanierungsplans tausende Arbeitsplätze. Im September gab sie bekannt, dass auch etwa 200 der rund 1000 Filialen wegfallen sollen./stw/men/jha/