Die Commerzbank will den geplanten Umbau zügig beginnen und bereits in diesem Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben.

„Wir wollen nachhaltig profitabel werden und unsere Zukunft als eigenständige Kraft im deutschen Bankenmarkt selbst gestalten“, teilte der neue Vorstandschef Manfred Knof am Donnerstag mit. „Dafür müssen wir die Bank in den kommenden Jahren tiefgreifend restrukturieren.“

Für 2021 visiert die zweitgrößte deutsche Privatbank ein positives Betriebsergebnis an. Drei Jahre später soll dieses auf 2,7 Milliarden Euro belaufen. Im Rahmen des Umbaus streicht die Bank 10.000 Stellen und macht fast jede zweite Filiale zu. Außerdem fällt in Deutschland jeder dritte Job weg.

Eigener Aktienhandel und Analysegeschäft eingestellt

Die Commerzbank zieht sich aus dem Aktienhandel zurück und will in Zukunft auch keine eigenen Aktienanalysen mehr anbieten. Die Bank werde ihr Angebot im Kapitalmarktgeschäft noch stärker auf die Anforderungen der Kernkunden wie dem Mittelstand, Großkunden und multinationalen Unternehmen anpassen, so der neue Commerzbank-Chef Manfred Knof am Donnerstag. Für Aktienhandel und -vertrieb sowie Aktienanalysen werde das Institut mit anderen Unternehmen zusammenarbeiten.

Knof betonte ausdrücklich, dass der geplante Stellenabbau nicht nur die Mitarbeiter in den Filialen treffen soll. Schon im laufenden Jahr werde das Management damit starten, „die Zentrale neu zu dimensionieren und deutlich zu verkleinern“, erklärte der Manager.

Ertragsziel setzt Commerzbank-Aktie mächtig unter Druck

Schwache Quartalszahlen sowie ein enttäuschendes Ertragsziel für 2021 haben sich am Donnerstag negativ auf die Papiere der Commerzbank ausgewirkt. Analysten äußerten sich allgemein zurückhaltend und erwarten nun von der Kapitalmarktveranstaltung am Nachmittag Details.

Unterdessen fiel die Aktie der Bank am Vormittag via XETRA um 6,9 Prozent ab auf 5,05 Euro auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2020.