ATHEN (dpa-AFX) - Griechische Hochzeitsplaner und auch Geistliche rechnen für 2022 mit einem wahren Boom an Eheschließungen. Sogar Großhochzeiten mit bis zu 400 Gästen wären wieder denkbar, weil Corona dank der Impfungen und der Genesenenzahlen nicht mehr so bedrohlich sei, berichtete am Montag die Tageszeitung "Kathimerini".

Seit Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 seien zahlreiche Eheschließungen wegen der ständig schärferen Corona-Auflagen ausgefallen. Das Blatt zitierte eine künftige Braut, die das Fest bereits zum dritten Mal plant. "Ich möchte einfach nur bei meinen Lieben sein und endlich dieses Brautkleid tragen, das ich seit 2020 auf dem Bügel hängen sehe", sagte die junge Griechin.

Auch viele ausländische Heiratswillige mussten ihre Traumhochzeit in Griechenland in den vergangenen Jahren absagen. Einen echten Boom bei dieser Zielgruppe sieht Hochzeitsplanerin Daphne Timmers jedoch noch nicht. Sie ist darauf spezialisiert, Paare auf der malerischen Sporaden-Insel Skopelos unter die Haube zu bringen. "Ich sammle Hochzeiten, die nicht stattfinden", sagte sie. Die Menschen hätten immer noch Angst, dass es erneut Corona-Maßnahmen geben könnte. Auch der Krieg in der Ukraine schüre Unsicherheiten.

Seit 2020 läuft Timmers' Geschäft schleppend. "Vor allem Kunden aus Australien und den USA, die eine weite Anreise haben und oft sehr große Gesellschaften planen, zögern noch." Sie würden den großen Tag wohl sicherheitshalber doch noch aufs nächste Jahr verschieben - für 2023 gebe es nämlich bereits etliche Buchungen, sagt die Fachfrau./axa/DP/ngu