ISTANBUL (dpa-AFX) - Die stark gestiegenen Corona-Infektionszahlen in der Türkei spiegeln sich auch in den Krankenhäusern besonders betroffener Regionen wieder. Die Intensivstationen in öffentlichen Krankenhäusern in Istanbul oder Ankara seien voll, sagte die Vorsitzende der Vereinigung der Intensivkrankenschwestern, Ebru Kiraner, der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Es fehle außerdem weiterhin an qualifiziertem Personal, die Krankenhausangestellten seien großer Belastung ausgesetzt.

Kiraner wie auch der Generalsekretär der Istanbuler Ärztekammer, Osman Kücükosmanoglu, sagten gegenüber der dpa, es sei auffällig, dass inzwischen besonders jüngere Menschen auf den Intensivstationen lägen - etwa die Altersgruppe zwischen 30 und 50 Jahren.

Die täglichen Neuinfektionen hatten in der Türkei zuletzt ein Rekordhoch erreicht. Auch die Zahl der täglich im Zusammenhang mit Corona Gestorbenen hatte am Dienstag einen Höchstwert erreicht: Das Gesundheitsministerium meldete über 61 000 neue Fälle und 346 Todesfälle.

Die Regierung hatte die Corona-Restriktionen Anfang März zunächst gelockert, damals lag die Zahl der Neuinfektionen zeitweise unter 10 000 täglich. Die Öffnung im März sei "unkontrolliert" gewesen, kritisierte Kücükosmanoglu nun. Er fordert von der Regierung schärfere Maßnahmen und bessere Überwachung bestehender Regeln./apo/DP/nas