SAN FRANSICO (dpa-AFX) - Die US-Großbank Wells Fargo hat wegen der Corona-Pandemie den ersten Quartalsverlust seit der Finanzkrise erlitten. Unterm Strich büßte das Geldhaus laut Mitteilung vom Dienstag 2,4 Milliarden Dollar (2,1 Mrd Euro) ein. Hohe Rückstellungen für Kreditausfälle drückten die Bilanz massiv ins Minus. Zum Vergleich: Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte Wells Fargo noch 6,2 Milliarden Dollar verdient. Die Erträge brachen insgesamt um über 17 Prozent auf 17,8 Milliarden Dollar ein.

Im Gegensatz zu den US-Konkurrenten, die Schwächen im Kreditgeschäft mit ihren Investmentbanking- und Handelssparten kompensieren können, hält sich Wells Fargo hier traditionell zurück. Zudem ist das Geldhaus wegen Auflagen aufgrund von Affären um fingierte Konten und anderer dubioser Geschäftspraktiken ohnehin schon stark vorbelastet. Am Markt kamen die Zahlen nicht gut an - die Aktie reagierte vorbörslich mit Kursverlusten. Besonders missfiel den Anlegern, dass Wells Fargo die Dividende stärker als erwartet kürzte./hbr/DP/zb