BERLIN (dpa-AFX) - Die Corona-Krise hat zu einem großen Ansturm bei der bundesweiten Service-Telefonnummer 116 117 der Kassenärzte geführt. "Waren es im Gesamtjahr 2019 acht Millionen Anrufe, ist diese Zahl schon nach den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 mit 9,2 Millionen Anrufen deutlich getoppt worden", sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, der Deutschen Presse-Agentur. In den Hauptmonaten der Corona-Krise März und April riefen demnach bis zu 3000 Menschen gleichzeitig an. Teilweise gab es bis zu 58 000 Anrufe stündlich. Derzeit können bei der Hotline unter anderem in mehreren Ländern Corona-Teststellen in der Nähe erfragt werden.

Die ursprüngliche Bereitschaftsdienst-Nummer für Anliegen außerhalb der Praxiszeiten war zu Jahresbeginn ausgebaut worden. Patienten mit akuten Anliegen können rund um die Uhr eine erste Einschätzung bekommen, wie dringlich sie behandelt werden müssen - und je nachdem in eine Praxis oder eine Klinik weitergelotst werden. Außerdem können Termine bei Fachärzten, Hausärzten, Kinderärzten und Psychotherapeuten vermittelt werden.

"Seit März hat die 116 117 eine weitere inoffizielle Funktion bekommen: Sie ist die bundesweite Corona-Hotline geworden", sagte Gassen. Dies spiegele sich in den gestiegenen Zahlen wider. "Es ist klar, dass es bei einer solchen Inanspruchnahme zu gelegentlichen Wartezeiten kommen kann. Doch diese sind selten." Die Kassenärztlichen Vereinigungen, die die Hotline betreiben und finanzieren, hätten das Personal in den Servicezentren aufgestockt. Neben der Telefon-Hotline gibt es auch ein Internet-Angebot./sam/DP/men