KOPENHAGEN (dpa-AFX) - Bei gesunkenen Infektionszahlen und gleichzeitiger Sorge vor der britischen Virus-Variante lockert Dänemark zum 1. März vorsichtig einige seiner Corona-Beschränkungen. Wichtigste Änderung: Die seit Ende 2020 geschlossenen Geschäfte dürfen am Montag wieder öffnen, sofern ihre Ladenfläche kleiner als 5000 Quadratmeter ist und sie sich nicht in Einkaufszentren befinden. Das gab Justizminister Nick Hækkerup am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Kopenhagen bekannt. Größere Geschäfte können ebenfalls mit stark begrenzter Kundenanzahl wieder öffnen.

Auch Kultureinrichtungen unter freiem Himmel dürfen zum Monatswechsel wieder Besucher empfangen, wenn diese Gäste einen maximal 72 Stunden alten Corona-Test vorweisen können. Die Versammlungsbeschränkung wird für draußen stattfindende und organisierte Sport- und Vereinsaktivitäten von 5 auf maximal 25 Teilnehmer angehoben.

In Nord- und Westjütland dürfen die Abschlussklassen teils in ihre Schulen zurück, auf der Ostsee-Insel Bornholm sogar alle Schüler. Allerdings sollten alle von ihnen im Alter von über zwölf Jahren ebenso wie das Personal zweimal wöchentlich Corona-Tests machen. Auch Friseure und andere Dienstleister dürfen mit Testanforderungen auf Bornholm wieder öffnen. Landesweit durften im Februar lediglich die Schulkinder bis zur vierten Klasse in ihre Schulen zurückkehren.

Die Regierung hat für diese Lockerungen eine Einigung mit ihren linksgerichteten Unterstützerparteien erzielt. Sie folgt damit im Wesentlichen den Empfehlungen der Gesundheitsexperten.

Die Neuinfektionszahlen in Dänemark sind seit Mitte Dezember deutlich zurückgegangen und zählen derzeit auf die Bevölkerung gerechnet zu den niedrigsten in der EU. Dennoch ist die Regierung in Kopenhagen sehr vorsichtig bei der Lockerung der Corona-Beschränkungen gewesen: Grund dafür ist die Ausbreitung der britischen Virus-Variante, die sich nach Daten des dänischen Gesundheitsinstituts mittlerweile in etwa jeder zweiten analysierten Corona-Probe im Land findet.

Am 27. Februar ist es ein Jahr her, dass der erste Corona-Fall in Dänemark nachgewiesen worden ist. Schon damals war die Regierung von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen mit strikten Maßnahmen und geschlossenen Grenzen gegen die Virus-Ausbreitung vorgegangen. Seitdem hat das EU-Land mehr als 200 000 Infektionsfälle registriert, knapp 2350 Menschen sind in Verbindung mit einer Infektion gestorben./trs/DP/eas