RAMALLAH/TEL AVIV (dpa-AFX) - Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist im Westjordanland wieder deutlich gestiegen. Das Gesundheitsministerium in dem Palästinensergebiet meldete am Montag 1626 neue Fälle binnen 24 Stunden. Strenge Restriktionen hatten zu Jahresbeginn noch für einen Rückgang der Zahlen gesorgt. Damals wurden mehrere Hundert neue Fälle pro Tag registriert.

Ministerin Mai Al-Kaileh führte die Zunahme auf Virus-Varianten zurück, vornehmlich auf die zuerst in Großbritannien entdeckte Variante. Sie sorgte sich um eine Überlastung des Gesundheitswesens. In den speziellen Corona-Kliniken seien mehr als 85 Prozent aller Betten belegt. Zudem seien mehr als 60 Prozent der Beatmungsgeräte in Benutzung, ein Rekordwert seit Pandemiebeginn.

Experten machten für den Anstieg der Infektionszahlen auch Schulöffnungen im Februar verantwortlich. Die Palästinensische Autonomiebehörde hatte am Samstag als Konsequenz daraus eine Rückkehr zum Online-Unterricht verkündet.

Im Westjordanland leben etwa vier Millionen Menschen. Derzeit gelten dort wochentags nur in den Nachtstunden striktere Maßnahmen, an Wochenenden gilt ein harter Lockdown. Die Regeln werden allerdings nicht konsequent durchgesetzt. Erste Impfungen in sehr geringem Umfang hatte es im Westjordanland Anfang Februar gegeben./mak/seb/DP/eas