HANNOVER (dpa-AFX) - Die NordLB dürfte bei der Vorlage ihrer Zahlen für 2020 am Donnerstag (10.30 Uhr) auch über den Fortgang ihres harten Sparkurses und den geplanten weiteren Abbau riskanter Bereiche berichten. Zum laufenden Geschäft im Corona-Jahr hatte Vorstandschef Thomas Bürkle im Dezember ein "operativ ordentliches" Ergebnis in Aussicht gestellt - unterm Strich hatte das Institut aber schon auf einen Verlust eingestimmt. In den ersten neun Monaten lag das Minus bei rund 74 Millionen Euro.

Ein Grund ist die erhöhte Risikovorsorge, die die Pandemie nötig macht. Zum Ende des dritten Quartals hatte die NordLB die Absicherung für wackelnde Kredite auf 275 Millionen Euro erhöht - ein Jahr davor waren es nur 4 Millionen Euro gewesen. Im vierten Quartal sollte das Polster weiter vergrößert werden, konkrete Zahlen gab es noch nicht.

Auch der beschlossene Stellenabbau kostet Geld. Die Bank hatte zum Ende des vorigen Jahres erklärt, mit den betroffenen Beschäftigten alle Verträge zum Stellenabbau geschlossen zu haben. Sie will ihr Personal auf 2800 Mitarbeiter fast halbieren - dazu werden in vielen Fällen Vereinbarungen für ein freiwilliges Ausscheiden getroffen. Dies ist Teil eines Umbauprogramms, mit dem die NordLB nach der staatlichen Rettung Ende 2019 wettbewerbsfähiger werden und die Kosten um 40 Prozent drücken soll.

Dazu gehört auch der weitere Abbau der Altlasten aus faulen Schiffskrediten. Die Flugzeug-Finanzierung ist wegen der Probleme der Luftverkehrs- und Tourismusbranche ebenfalls unter Druck. Laut Bürkle wird "ein beträchtlicher Teil der Vorsorge in diesem Segment anfallen." Weitere Risiken 2021 wolle man unter Kontrolle halten./jap/DP/zb