An diesem Freitag ging das Tübinger Biopharma-Unternehmen Curevac an die Börse. Im Zuge des Börsengangs platzierte das Unternehmen wie geplant 13,3 Millionen Aktien bei US-Investoren und erzielte einen Bruttoerlös von etwa 180 Millionen Euro.

Curevac wurde wesentlich vom SAP-Mitgründer Dietmar Hopp finanziert. Hopp hält nach dem IPO noch etwa 49 Prozent des Kapitals. Das Listing unterstreicht das große Interesse an Unternehmen, die an Impfstoffen gegen Covid-19 arbeiten. Auch spiegelt sich hierin das zunehmend wachsende Interesse der amerikanischen Börsen für deutsche Biotech-Unternehmen.

Curevac-Impfstoff

Der Börsengang von Curevac wurde durch das positive Börsenklima für Biotechwerte und die hohe Aufmerksamkeit für die Impfstoff-Forschung gegen das Corona-Virus gestärkt. Viele andere Unternehmen konnten hierdurch bereits starke Kursgewinne verzeichnen.

Curevac gilt als Vorreiter in der Forschung der mRNA. Das Unternehmen ist neben Biontech und Moderna eine der führenden Firmen auf dem Gebiet der Impfstoff-Forschung auf mRNA Basis. Firmenchef Franz-Werne Haas sieht solide Chancen für den eigenen Impfstoffkandidaten, auch wenn Curevac etwa drei Monate hinter den Konkurrenten zurückhängt.

Curevac verfolgt das gleiche Geschäftsmodell wie die Konkurrenten. Das Biotech-Unternehmen plant, mRNA als Plattform für eine Vielzahl von Medikamenten und Impfstoffen zu nutzen. Damit soll eine neue Klasse von Arzneiwirkstoffen im Markt etabliert werden.

Die großen Ambitionen sehen die Forscher in der wichtigen Funktion der mRNA. Diese fungiert als Bindeglied zwischen Genen und Proteinen. Durch künstlich erzeugte mRNA, könnten so Körperzellen zur Produktion verschiedenster Proteine angeregt werden. Zum Beispiel also für Pharmawirkstoffe.

Bei der Impfstoff Entwicklung wird dieses Prinzip genutzt, um Körperzellen auf die Produktion von Proteinbestandteilen des Virus zu programmieren. So könnte das Immunsystem daraufhin Antikörper gegen die Virus-Proteine bilden.

Krebs-Impfstoffkandidat

Neben dem Impfstoffkandidaten gegen Covid-19 entwickelt Curevac auch ein Vakzin gegen Tollwut und forscht an zwei potenziellen Impfstoffen gegen Krebs. Er werden auch weitere Projekte im Bereich Krebs und Infektionskrankheiten verfolgt.

Das Tübinger Unternehmen kooperiert außerdem mit einigen anderen Biotech-Unternehmen. Unter anderem mit Boerhinger Ingelehim, Genmab und Genediting Cripr Therapeutics.