Nachdem das enttäuschende Wirksamkeitsergebnis der Zwischenstudie zum Absturz der CureVac-Aktie führte, ermittelt nun die Finanzaufsicht. Hat jemand seine Macht missbraucht? Hinzu kommt dass CureVac-Gründer Ingmar Hoerr nicht mehr in seiner aktuellen Position tätig sein wird. 

Bafin untersucht wegen Marktmanipulation

Für die Anleger der CureVac-Aktie, zu denen auch der Bund gehört, gab es vergangene Woche eine böse Überraschung: Nach der Veröffentlichung der Zwischenergebnisse wurde der Wert der Aktie nahezu halbiert und sie stürzte ab. Mehr zum plötzlichen Sinkflug können Sie hier nachlesen.

Das ist auch der Finanzaufsicht Bafin nicht entgangen. Diese schaut sich nun genauer an, ob Machtmissbrauch oder Marktmanipulation stattgefunden haben, berichtet unter anderem Reuters. Die Bafin werde untersuchen, ob CureVac oder Bayer Mitarbeiter ihr Insiderwissen zu den Zwischenergebnissen der Studie genutzt haben, um ihre Aktien rechtzeitig zu verkaufen, berichtete demnach die Rheinische Post. Genauere Informationen von der Bafin gab es bisher nicht. CureVac wurde laut Reuters von den Untersuchungen nicht in Kenntnis gesetzt wurden. 

CureVac-Gründer kandidiert nicht mehr für den Aufsichtsrat

Das Tübinger Biopharma-Unternehmen hat am Mittwoch verkündet, dass CureVac-Gründer Ingmar Hoerr aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für den Aufsichtsrat kandidieren wird, berichtet dpa. 

Hoerr hatte Anfang letzten Jahres eine Hirnblutung erlitten, woraufhin er sich von seiner Tätigkeit im Unternehmen zurücknehmen musste. Laut dpa wird auch Aufsichtsratsmitglied Timothy M. Wright von seiner Tätigkeit Abstand nehmen, damit er sich stärker beruflichen Aufgaben widmen könne.

Die CureVac-Aktie 

Nach dem Absturz vergangene Woche von rund 80 Euro auf weniger als 40 Euro ist die CureVac-Aktie weiterhin stark geschwächt und aktuell rund 46 Euro wert. Damit ist die Aktie deutlich näher am Jahrestief bei 31,40 Euro als am Hoch von 126,18 Euro, welches sie Ende letztes Jahres erreichte.

Im BörsenNews-Forum ist die Stimmung weiterhin angespannt. Einige glauben kaum noch an eine baldige Genesung der Aktie: ”Ich warte morgen mal ab, welche Impulse da noch kommen. Ansonsten realisiere ich Verluste und begebe mich an die Seitenlinie. Auf die nächsten 3-6 Monate dürfte hier ansonsten nicht viel passieren. Außer vermutlich fallende Kurse”.

Nutzer GSt hingegen sieht in der aktuellen Abwärtsbewegung kein grund zur allgemeinen Besorgnis: “Falls es den Kritikern von CV noch nicht aufgefallen sein sollte: Auch BNT hat heute einen Verlust von fast 4 % zu beklagen und auch der Dax hat heute ordentlich verloren. Die aktuellen Verluste von CV bewegen sich daher durchaus noch im Rahmen und morgen wird man mal sehen. Vielleicht ist gerade nicht der schlechteste Zeitpunkt, um auf wieder steigende Kurse bei CV zu setzen”.

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