STUTTGART (dpa-AFX) - Der Lastwagen- und Bushersteller Daimler Truck, der im Herbst an die Börse gebracht werden soll, will seine Technologie- und Antriebsaktivitäten künftig in einem neuen Geschäftsfeld bündeln. Zum 1. Juli sollen unabhängig von Verkaufsregionen alle Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten unter dem Dach einer eigenen Einheit namens Truck Technology Group zusammengefasst werden, wie es am Montag in einer Mitteilung des Unternehmens hieß. Zentrale Felder des neuen Geschäftsbereichs sind dem Vernehmen nach die Weiterentwicklung moderner Antriebe sowie von Fahrzeugsoftware, die vor allem bei der E-Mobilität eine entscheidende Rolle spielt.

Im operativen Bereich sollen allerdings die etablierten Marken des Unternehmens künftig eigenverantwortlicher handeln und Fahrzeuge bauen können. Die Entscheidungskompetenz etwa für die Entwicklung einzelner Produkte liege ab Juli bei den jeweiligen Einheiten in den wichtigen Absatzregionen Nordamerika, Asien sowie Europa/Lateinamerika, hieß es. Bisher waren die meisten Entscheidungen dieser Tragweite zentral getroffen worden. Zu Daimler Truck gehören mehrere relativ autarke Fahrzeugmarken, von denen die meisten jeweils nur in einer Weltregion vertreten sind. Daimler ist bei schweren Nutzfahrzeugen Weltmarktführer, vor allem auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt sind die Schwaben mit der Marke Freightliner stark vertreten.

Geplant ist, dass Daimler Truck im Herbst vom bisherigen Daimler-Gesamtkonzern abgetrennt und an die Börse gebracht wird. Konzernchef Ola Källenius hatte im Februar den radikalen Umbau des Traditionsunternehmens angekündigt. Demnach soll die Daimler AG als Dachgesellschaft auf lange Sicht sogar ganz verschwinden und zwei eigenständigen, dafür jeweils börsennotierten Unternehmen Platz machen: Mercedes-Benz für die Autos und Vans sowie Daimler Truck für Lastwagen und Busse.

Das dritte Geschäftsfeld der bisherigen Daimler AG - die Finanz- und Mobilitätsdienstleistungen - werden ebenfalls aufgespalten. Die in der bisherigen Organisation für den Truck-Bereich zuständigen Mitarbeiter sollen vor dem Börsengang in eine neue Truck-Finanz-Tochter wechseln, wie es hieß./mbr/DP/mis