Für alle Fans der Plattform-Unternehmen war die Bilanzvorlage der Google-Mutter Alphabet (WKN: A14Y6H / ISIN: US02079K1079) ein echtes Hochamt. Der Internet-Konzern hat wieder einmal gezeigt, welche Relevanz er hat und wie er damit Geld verdient.

DIE Internet-Aktie

Wenn es eine Aktie gibt, die den Titel Internet-Aktie verdient, dann ist es Alphabet. Mit der Suchmaschine Google und der Videoplattform Youtube verfügt der Konzern über zwei der weltweit beliebtesten Dienste. Geld verdienen lässt sich damit natürlich auch – und das nicht zu knapp.

Das zeigt sich auch in einer sensationellen Langfristperformance. Wer vor 10 Jahren 10.000 Euro in die Aktie steckte, freut sich heute über eine Verzehnfachung, sprich hat Aktien um Wert von knapp 104.000 Euro Depot.

Über die Gesamtbilanz wollen wir uns garnicht groß auslassen, die lässt sich sehr gut direkt bei Alphabet durchforsten. Stattdessen wollen wir abseits des Umsatz- und Gewinnsprungs etwas auf die Quellen dessen schauen.

Die Gelddruckmaschine Nummer Eins

Mit der reinen Internet-Suchmaschine Google fing es an. Die nach und nach zusätzlich eingebauten Werbeeinblendungen entwickelten sich zum Milliardengeschäft. Heute ist eine Marketing-Kampagne ohne Google-Anzeigen nicht denkbar.

Selbst den Datenschützern kann man inzwischen entgegen kommen und die Cookies benutzerfreundlicher ausgestalten, sprich es werden weniger Daten gesammelt. Damit erzielte der Konzern im ersten Quartal stolze 32 Mrd. US-Dollar Umsatz.

Google und Youtube sind der Kern des Internet-Konzerns Alphabet. (Bildquelle: Pressefoto Google)

Die Gelddruckmaschine Nummer Zwei

Wer Internet-Videos meint, meint Youtube. Der Berufswunsch „Youtuber“ ist inzwischen weltweit bei vielen Jugendlichen auf den vorderen Plätzen zu finden. Kein Wunder, denn wer tolle Inhalte produziert, verdient mit integrierter Werbung in den Videos (aber auch etwa durch Werbekooperationen mit externen Partnern) gutes Geld.

Allein bei Alphabet bleiben von diesem Milliardenmarkt 6 Mrd. US-Dollar im ersten Quartal übrig. Zum Vergleich: kann dieser Wert in den anderen Quartalen gehalten werden, befindet sich Youtube allein auf dem Umsatzniveau des Streaming-Dienstes Netflix (WKN: 552484 / ISIN: US64110L1061).

Gewinnmargen aus einem anderen Universum

Damit Google auch weiterhin die Suchmaschine der Wahl ist, zahlt man beispielsweise an Smartphonehersteller Gebühren, damit dort die Suche auch automatisiert eingebaut bleibt. Trotz dieser Kosten erzielte Google im ersten Quartal bei einem Gesamtumsatz von 51,2 Mrd. US-Dollar ein operatives Ergebnis von 19,5 Mrd. US-Dollar – eine Marge von 38 Prozent!

Zusammen mit den anderen Bereichen des Konzerns, etwa Google Cloud oder Other Bets, womit quasi alle anderen Bereiche des Internet-Alphabets gemeint sind, kommt Alphabet auf einen Umsatz von 55,3 Mrd. US-Dollar und ein Nettoergebnis von 17,9 Mrd. US-Dollar bzw. 26,29 US-Dollar je Aktie.

Google gilt inzwischen schon als Dino unter den Internetprodukten… (Bildquelle: Pressefoto Google)

Die Frage des Wettbewerbs

Bei aller Dominanz kommen natürlich zunehemend auch Fragen nach einer wettbewerbsrechtlichen Kontrolle von Unternehmen wie Alphabet auf. Das betrifft bereits heute die Rolle in der Online-Werbung, aber auch die Video-Plattform Youtube. Man kann fast sicher sein, dass das Alphabet von heute nicht das Alphabet von 2030 sein wird. Irgendwann wird der gesellschaftliche und politische Druck so groß sein, dass etwa einzelne Bereiche abgespalten werden. Das muss aber nicht zum Nachteil der Aktionäre sein, ganz im Gegenteil.

Der Tech-Investor Thomas Rappold erklärte jüngst gegenüber marktEINBLICKE: „Sollte es zu Zerschlagungen von Tech-Unternehmen wie bei Amazon, Alphabet oder Alibaba und Tencent kommen, so sehe ich das wie viele Analysten sogar positiv für Aktionäre. Denn dann werden die tatsächlichen Werte der einzelnen Unternehmen offengelegt und die dürften deutlich höher sein, als die aktuellen Konglomerate.“ Man darf also gespannt sein.

Fazit

Alphabet ist und bleibt die erste Wahl, wenn es um Internet-Investments geht. Auch wenn die Aktien nicht so strahlen wie Apple, Facebook oder Amazon, stehen sie doch für echte Qualität. Die Option, das eines Tages einzelne Bereiche abgespalten werden, spricht dabei eher noch für die Aktie, als gegen die Aktie. Denn gefühlt, erfährt die Aktie immer einen Konglomeratsabschlag – trotz der starken Performance.

In diesem Sinne,
weiterhin viel Erfolg bei der Geldanlage

Ihre marktEINBLICKE-Gründer
Christoph A. Scherbaum & Marc O. Schmidt

Bildquelle: Pixabay / irfanahmad

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