Die miese Stimmung am Kryptomarkt zieht auch die Quartalszahlen von Coinbase runter. Die Aktie dreht trotzdem ins Plus. Was die Analysten von Goldman & Co. jetzt raten.

Die größte US-Kryptobörse Coinbase ist im vergangenen Quartal tief in die roten Zahlen gerutscht. Der Grund dafür ist unter anderem die anhaltende Schwäche von Digitalwährungen wie Bitcoin und Ether. Im zweiten Quartal entstand ein Verlust von 1,1 Milliarden US-Dollar, wie Coinbase am Dienstag mitteilte.

Vor einem Jahr hatte die Handelsplattform noch einen Gewinn von 1,6 Milliarden Dollar gemacht. Hohe Abschreibungen auf Investments belasteten Coinbase nun erheblich. Auch der Abschwung bei den Handelsgebühren, mit denen Coinbase Geld verdient, sei "schnell und stürmisch" gewesen, erklärte das Unternehmen.

Erst letzte Woche hatte die Coinbase-Aktie eine fulminante Rallye aufs Parkett gelegt und war auf den höchsten Stand seit Mai gestiegen. Grund dafür war eine Kooperation mit dem weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock. Seit Anfang August ist die Aktie mehr als 40 Prozent hinzugewonnen. Von ihren Höchstständen (318 Euro im November 2021) ist die Aktie dennoch meilenweit entfernt.

Zum US-Börsenstart am Mittwoch startete Coinbase mit einem Plus von zeitweise sieben Prozent in den Handel.

Trotz des Milliardenverlusts halten Analysten wie Jason Kupferberg von Bank of America (BofA Research) weiter an ihrer Kaufempfehlung fest. "Insgesamt sind wir weiterhin der Meinung, dass Coinbase gut positioniert ist, um in diesem Krypto-Winter erfolgreich zu navigieren und Marktanteile zu gewinnen", schreibt Kupferberg in einer aktuellen Analyse.

Deutlich skeptischer ist Will Nance von Goldman Sachs. "Obwohl wir glauben, dass das Management die Turbulenzen auf den Kryptomärkten gut gemeistert hat, indem es während des Bullenmarktes Liquidität aufgebaut hat und keine übermäßigen Gegenparteirisiken eingegangen ist, erwarten wir, dass sich die Aktien schlechter entwickeln werden, solange das Engagement der Privatkunden bei Kryptowährungen schwach bleibt und die regulatorische Unsicherheit in den USA anhält", wie CNBC den Analysten zitiert.

Autor: Julian Schick, wallstreet:online Zentralredaktion/ mit dpa-AfX


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