Für viele Anleger sind regelmäßige Gewinnausschüttungen ein entscheidender Faktor beim Investieren. Doch was sind Dividenden eigentlich und wer erhält sie? Ein Überblick.

Was sind Dividenden?

Die Dividende ist der Teil des Gewinns einer Aktiengesellschaft, der an die Eigentümer – also die Aktionäre – ausgeschüttet wird. Unternehmen sind nicht verpflichtet, eine Dividende zu zahlen. Anstatt einer Ausschüttung können sie den Gewinn auch in die Firma reinvestieren. Ob eine Dividende gezahlt wird und in welcher Höhe, darüber entscheidet die Hauptversammlung. In Deutschland wird die Dividende in der Regel einmal im Jahr ausgezahlt.

Ausschlaggebend für Dividenden-Investoren ist nicht die absolute Höhe der Auszahlung, sondern das Verhältnis zum Aktienkurs, die sogenannte Dividendenrendite. Errechnet wird die Dividendenrendite, indem die Dividende durch den Aktienkurs dividiert und mit 100 multipliziert wird. 

Warum sind Dividenden für Anleger interessant?

Dividenden können ein wichtiges Puzzlestück beim Vermögensaufbau sein. Sie bieten die Möglichkeit, laufend von Auszahlungen zu profitieren, ohne Aktien verkaufen zu müssen. Häufig sind es Energieversorger, Versicherer oder Telekommunikationskonzerne – also relativ konjunkturunabhängige Branchen – die hohe Dividendenrenditen liefern. Im DAX zählen beispielsweise Eon, BASF, Bayer oder die Allianz zu den Werten mit den höchsten Dividendenrenditen.

Viele dieser Unternehmen rühmen sich damit, schon seit Jahrzehnten beständig eine Dividende auszuzahlen und regelmäßig zu erhöhen. Dennoch sollte die Dividende allein nicht den Ausschlag für ein Investment geben. Gerade im Bereich der Rohstoffaktien hat die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells in den vergangenen Jahren auch Fragen aufgeworfen, ob die bisher großzügigen Dividenden auch in Zukunft gezahlt werden können.

Welche Arten von Dividenden gibt es?

Dividende ist nicht gleich Dividende. Bei einer Bardividende handelt sich um die übliche Form der Barauszahlung, während es sich bei einer Sachdividende um Sachgüter handelt, die ausgegeben werden. Aktionäre der Lindt und Sprüngli Aktie beispielsweise, bekamen als Dividende einen mit blauem Lack überzogenen Pappkoffer mit Lindt-Logo, gefüllt mit verschiedenen Pralinen und Tafeln. Stolze vier Kilo im Wert von umgerechnet 120 Euro war die Sachdividende.

Inhaber von Vorzugsaktien können sich eine Vorzugsdividende sichern. Dabei handelt es sich um ein Anrecht auf eine höhere Dividende, als sie die Stammaktionäre erhalten. Vorzugsaktionäre verzichten dafür auf ihr Stimmrecht bei Hauptversammlungen. Des Weiteren können Vorzugsaktionäre einen Zuschlag gegenüber den Stammaktionären erhalten, dies wird als Überdividende bezeichnet.

Bei einer Stockdividende (oder Aktien-Dividende) werden die Aktionäre durch die Ausgabe neuer Anteilsscheine entlohnt. Auch eine Vorauszahlung der Dividende ist unter bestimmten Voraussetzungen zulässig, hierbei spricht man von einer Abschlagsdividende.

Sind Dividendenaktien ein gutes Investment?

Zwar können Dividenden im Idealfall ein regelmäßiges Zusatzeinkommen liefern, allerdings müssen die Auszahlungen auch versteuert werden. Das kann ein Nachteil sein gegenüber einem thesaurierenden Indexfonds, der die Dividenden automatisch reinvestiert. Bei einem langfristigen Anlagehorizont können die reinvestierten Dividenden dank dem Zinseszins ein großer Rendite-Treiber sein.

Wachstums-Aktien, die in den letzten Jahren stark gestiegen sind, zahlen keine Dividende. Dazu zählen viele Lieblingsaktien wie Amazon, Meta (Facebook), Netflix, Tesla oder die Google-Mutter Alphabet. Anlegern, die diese Aktien wegen ihrer fehlenden Ausschüttungen gemieden haben, sind auch überdurchschnittlich starke Kursgewinne entgangen.

Anleger unterschätzen Dividenden „kolossal“: Das sagen Experten

Thomas Rappold, CEO von Divizend.com ist der Ansicht, dass der typische Privatanleger das Thema Dividende immer noch kolossal unterschätzt, denn Dividenden seien der Treibstoff für Reinvestitionen. „Wer 1960, also vor 60 Jahren 10.000 Franken in Nestlé investiert hat, hat heute dank reinvestierter Dividende ein Aktienvolumen von 3,5 Millionen. in Nestlé Aktien. Wer die Dividende nicht reinvestiert hat, hat nur 750.000 Euro“, erklärt Rappold.

Autor: Cathleen Wieland, wallstreet:online Zentralredaktion


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