Das Rennen schien schon fast entschieden: Die meisten Autokonzerne setzen voll auf die rein batterieelektrische Zukunft. Aber der Schein könnte trügen. Vieles spricht dafür, dass die Brennstoffzelle sich auch im Auto noch groß durchsetzen wird. BMW (WKN: 519000) bringt den iX5 Hydrogen nicht ohne Grund auf die Straße. Hier sind gleich fünf davon.

Grund Nr. 1: Wasserstoff kennt keinen Stromausfall

Sollte es in Zukunft mal einen großen Stromausfall geben, dann stehen die meisten Elektroautos bald still. Einige Ladestationen werden vielleicht noch über eine große Pufferbatterie verfügen, die Reserven für einige Stunden bereithält. Aber danach ist Ebbe. Im besten Fall gibt es zusätzlich Solarmodule, aber das wird kaum ausreichen, wenn irgendwann Millionen Autos Strom tanken wollen und nicht mehr wie gewohnt zu Hause über Nacht laden können.

Wasserstoff hingegen kann in praktisch unbegrenzter Menge gespeichert werden. Verflüssigt oder mittels eines flüssigen organischen Wasserstoffträgers (englisch kurz: LOHC) lässt er sich effizient transportieren. Eine Wasserstofftankstelle könnte folglich einen tagelangen Stromausfall problemlos verkraften. Wer auf ein betriebsbereites Auto unbedingt angewiesen ist und dabei emissionsfrei unterwegs sein will, für den dürfte Wasserstoff künftig zunehmend die erste Wahl sein.

Grund Nr. 2: Ein Range Extender kann Gold wert sein

Dabei ist zu bedenken, dass ein Brennstoffzellenauto durchaus auch über eine große Batterie verfügen kann. Das eine schließt das andere nicht aus. Denn wer beides hat, der kann noch flexibler unterwegs sein. Wenn gerade keine Schnellladestation in der Nähe ist, dann wird eben Wasserstoff getankt, sodass die Brennstoffzelle gleichzeitig für den Antrieb sorgen und die Batterie laden kann.

Grund Nr. 3: Brennstoffzellen sind vielseitig

Anbieter wie SFC Energy (WKN: 756857) haben bereits seit Jahren leistungsstarke portable Systeme zur Bordstromversorgung von Camping- und Behördenfahrzeugen in petto. Die Brennstoffzellen liefern nahezu lautlos und zuverlässig Strom. Und mit jeder Technologiegeneration erweitern sich die Anwendungsbereiche.

Dass viele Elektroautofahrer den Wunsch haben, unterwegs Elektrogeräte betreiben zu können, zeigt zum Beispiel der neue F-150 Lightning von Ford (WKN: 502391), die Elektro-Variante des meistverkauften Pickups. Er verfügt über bis zu elf Steckdosen, die zusammen 9,6 Kilowatt Strom aus dem 131 Kilowatt schweren Batteriepack ziehen können.

Aber solch ein tonnenschwerer Energiespeicher ist natürlich nicht portabel. Und je kleiner das Auto, desto mehr Sinn ergibt es, diese Aufgabe einer Brennstoffzelle zu überlassen. Von daher bin ich sicher, dass in einigen Jahren viele Elektroautofahrer solche kompakten Stromgeneratoren nachfragen werden.

Grund Nr. 4: Wasserstofftanks nutzen sich nicht ab

Neben ihrem hohen Gewicht besteht ein weiteres Problem von Batterien in der langen Ladezeit. Diese kann zwar per Schnellladung verkürzt werden, aber dann besteht die Gefahr, dass die Batteriezellen auch schneller degradieren. Sie verlieren also an Wert und müssen nach einigen Jahren durch frische ersetzt werden.

Konzepte, die auf dem Austausch des gesamten Batteriepacks basieren, um den Prozess zu beschleunigen, sind daher wenig aussichtsreich. Betrüger werden versuchen, dem Betreiber alte Batterien anzudrehen und dafür fast neue mit einem viel höheren Wert zu erhalten. Und selbst wenn der Zustand künftig effizient und exakt messbar wird, führt das nur zu Ärger.

Das kann bei Wasserstoffkartuschen nicht passieren. Die halten Jahrzehnte durch, ohne jeglichen Leistungsabfall. Damit macht ein Wechselsystem viel mehr Sinn. Xiaomi (WKN: A2JNY1) hat vor ein paar Monaten ein futuristisches Motorrad gezeigt, für das ein Wechselpatronensystem vorgesehen ist. Sollte sich so etwas in einer Nische durchsetzen, dann wird es bald darauf auch Autos geben, die es nutzen.

Grund Nr. 5: Für ländliche Regionen lassen sich Wasserstoffkonzepte besser implementieren

Als letzten Punkt bin ich der Überzeugung, dass batterieelektrische Mobilität in einigen Regionen der Welt einfach keinen Sinn ergibt. In manchen Entwicklungs- oder Schwellenländern wird es außerhalb der Metropolen niemanden geben, der in Ladenetzwerke investiert. Nicht in zehn Jahren und vielleicht auch nicht in zwanzig. Aber Methanol, das für Brennstoffzellen geeignet ist, lässt sich unkompliziert landesweit vertreiben.

Ich denke, dass ein umweltfreundliches Auto, das in solchen Regionen Erfolg haben will, aus einem simplen Elektroauto mit kompakter Batterie und Solarzellen auf der Außenhaut besteht, ähnlich wie es bald Sono Motors (WKN: A3C7QW) produziert. Vielfahrer werden zudem auf eine Brennstoffzelle bestehen, um an einem trüben Tag trotzdem genug Reserven zu haben.

Den Gegenwind nutzen

Das Wasserstoffauto lebt, aber es gibt im Vergleich zur Batteriewelt nur wenige Akteure, die sich intensiv damit beschäftigen. Genau das ist aber auch eine große Chance für Anleger. Denn dasjenige Unternehmen, das zuerst eine Formel findet, die massentauglich ist, wird über gigantische Größenvorteile verfügen, um auch in andere Anwendungsbereiche vorzustoßen. Jährlich werden schließlich 100 Millionen Autos produziert. Da genügt schon ein sehr geringer Prozentsatz, um daraus ein Milliardengeschäft zu machen.

Der Artikel Das Wasserstoffauto kommt! 5 große Vorteile, die kaum jemand beachtet ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt BMW.

Motley Fool Deutschland 2022

Autor: Ralf Anders, Motley Fool beitragender Investmentanalyst (CMFCondorEye)


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