FRANKFURT (dpa-AFX) - Der immer weiter eskalierende Krieg in der Ukraine und die Furcht vor massiven wirtschaftlichen Folgen dürften den deutschen Aktienmarkt am Montag weiter schwer belasten. Der Broker IG taxierte den Dax weniger als zwei Stunden vor Handelsstart auf 12 720 Punkte und damit 2,8 Prozent niedriger als zum Xetra-Handelsende am Freitag. Damit dürfte sich die Talfahrt der vergangenen Handelstage fortsetzen. Bis zum Freitag summierten sich die Verluste seit der Invasion Russlands in die Ukraine bereits auf etwas mehr als zehn Prozent.

Am Montagmorgen sorgten vor allem stark steigende Ölpreise für eine Verunsicherung bei den Aktieninvestoren. US-Außenminister Antony Blinken hatte wegen der weiteren Eskalation des Ukraine-Kriegs neue Strafmaßnahmen gegen Russland ins Spiel gebracht: Washington berate mit europäischen Verbündeten über einen möglichen Importstopp für Öl aus Russland. "Wir sprechen jetzt mit unseren europäischen Partnern und Verbündeten, um auf koordinierte Weise die Aussicht auf ein Verbot der Einfuhr von russischem Öl zu prüfen." Auch das auf Öleinfuhren angewiesene Japan diskutiert über einen möglichen Importstopp für Öl aus Russland.

"Der Krieg in der Ukraine hält die Börsen weiterhin fest im Klammergriff", sagte Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners am Morgen. Die Stimmung unter den Anlegern sei mittlerweile so negativ wie seit der Covid-19-Krise nicht mehr. Unter normalen Umständen sei diese depressive Stimmung der Nährboden für eine Stabilisierung, zumal Aktien mittlerweile massiv überverkauft seien. Fraglich sei aber, ob in Kriegszeiten mit solchen Maßstäben gemessen werden könne. Sein Kollege Martin Utschneider von der Privatbank Donner & Reuschel sieht den Dax mittlerweile "im Crashmodus angekommen"./zb/stk/tih/mis