Wenn man die ersten Handelstage im neuen Jahr für den Dax Revue passieren lassen müsste, welche Erkenntnisse lassen sich aus ihnen gewinnen?

Nachdem das neue Jahr vor dem Hintergrund der geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten durchaus turbulent startete, konnte sich der Aktienindex vergleichsweise schnell wieder fangen. Ein (überraschend) moderater US-Präsident nahm den Aktienmärkten mit seiner besonnenen Reaktion die Angst vor einer kurzfristigen Eskalation im Iran-Konflikt. Und all jene, die es mit der alten Börsenweisheit halten, wonach politische Börsen kurze Beine haben würden, sehen sich in ihrer Meinung bestätigt. Wenn der Verlauf der ersten Handelstage exemplarisch für den weiteren Verlauf im Jahr 2020 stehen sollte, dann können sich Anleger und Marktakteure in den kommenden Monaten allerdings noch auf einiges gefasst machen.

Der Aufwärtsdrang an den Aktienmärkten scheint ungebrochen zu sein, auch wenn man in Bezug auf den Dax ganz klar feststellen muss, dass es ihm bislang nicht gelang, den entscheidenden Schritt zu machen und eine Weichenstellung auf der Oberseite zu erzwingen. Der Bereich um 13.500+ Punkten, in dem die beiden markanten Tops aus den Jahren 2017 und 2018 thronen, verstellen dem Dax noch immer den Weg.

Aus charttechnischer Sicht wäre es nun eminent wichtig, wenn es dem Dax eher früher als später gelingen würde, Nägel mit Köpfen zu machen und den Bereich signifikant zu überspringen. Je länger diese Hängepartie auf der Oberseite noch andauert, umso größer ist aus unserer Sicht die Gefahr, dass sich der Index am Ende festrennt. Vor diesem Hintergrund sei noch einmal an die unserer Meinung nach zentrale Unterstützung bei 12.850 Punkten erinnert. Sie bildet aus unserer Sicht die Demarkationslinie für das bullische Szenario. Mit anderen Worten: Darunter sollte es nicht gehen, anderenfalls ist eine Neubewertung der Lage unerlässlich.

Die in der abgelaufenen Handelswoche veröffentlichten deutschen Konjunkturdaten boten das bekannt ambivalente Bild. Unter der Woche wurden der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor, die Einzelhandelsumsätze sowie die Industrieproduktion oberhalb der Erwartungen liegend veröffentlicht. Dagegen lagen die aktuellen Daten zu den Werkaufträgen unterhalb der Prognosen. Die neue Woche hält insbesondere in den USA eine Vielzahl relevanter Konjunkturdaten bereit. Aus deutscher Sicht geht es vergleichsweise ruhig zu.

Kurzum: Der Dax befindet sich weiterhin in einer aussichtsreichen Position. Nur wäre es jetzt eminent wichtig, wenn er zeitnah die Weichen auf der Oberseite stellen könnte. Wichtige Impulse sind in den nächsten Tagen aus den USA durch relevante Konjunkturdaten und die in Fahrt kommende Quartalsberichtssaison zu erwarten.

(DAX® ist eine eingetragene Marke der Deutsche Börse AG)

 

 

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