Frankfurt/Main (dpa) - Konjunktursorgen sowie die wachsenden Spannungen im amerikanisch-europäischen Handelskonflikt haben dem Dax am Dienstag einen deutlichen Dämpfer verpasst.

Der deutsche Leitindex verbuchte zum Handelsschluss ein Minus von 0,94 Prozent auf 11.850,57 Punkte. Damit knüpfte er an seinen schwachen Wochenauftakt an und entfernte sich weiter von der Marke von 12.000 Punkten, die er jüngst erstmals seit Oktober wieder überwunden hatte. Der Index der mittelgroßen Werte MDax büßte am Dienstag 1,11 Prozent auf 25.156,64 Punkte ein.

Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,61 Prozent auf 3417,22 Zähler bergab. Die nationalen Indizes in Paris und London gaben ebenfalls nach, und der US-Leitindex Dow Jones Industrial verlor zum europäischen Handelsende rund 0,7 Prozent.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte seine Schätzung für das weltweite Wirtschaftswachstum 2019 von 3,5 auf 3,3 Prozent gesenkt - es wäre damit so schwach wie seit der Wirtschaftskrise 2009 nicht mehr. Dies habe die Anleger «heute wieder zurück auf den Boden der Realität» gebracht, kommentierte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets.

Zudem rechnet die italienische Regierung für das laufende Jahr mit einem Haushaltsdefizit von 2,5 Prozent der Wirtschaftsleistung, wie aus einem Regierungsdokument hervorgeht. Sie hatte sich aber gegenüber der EU-Kommission verpflichtet, ein Defizit von 2,04 Prozent einzuhalten.

Derweil drohte US-Präsident Donald Trump der EU mit zusätzlichen Zöllen auf EU-Produkte im Wert von 11 Milliarden US-Dollar. Hintergrund ist ein bei der Welthandelsorganisation (WTO) ausgetragener Konflikt um Subventionen für die Flugzeugriesen Airbus und Boeing. «Gerade nach den positiven Nachrichten aus den Gesprächen mit China hatte die Börse gehofft, dass die Schock- und Drohgebärden-Politik der US-Regierung vorbei ist», so Stanzl weiter. «Das scheint nicht zuzutreffen.»

Bevor im späteren Wochenverlauf in den USA die nächste Runde der Unternehmensberichte eingeläutet wird, stand die Airbus-Aktie mit einem rund zweiprozentigen Abschlag im Mittelpunkt. Vom amerikanisch-europäischen Subventionsstreit betroffen sollen unter anderem auch Lieferanten der Luftfahrtindustrie sein: Aktien des Turbinenherstellers MTU büßten am MDax-Ende 3,7 Prozent ein.

Ansonsten sorgten vor allem Analystenkommentare für Kursausschläge. SAP-Aktien litten am Dax-Ende mit fast dreieinhalb Prozent Minus unter gestrichenen Kaufempfehlungen gleich zweier Banken.

Xing und Leoni gehörten mit Verlusten von knapp drei beziehungsweise fast vier Prozent zu den schwächsten Titeln im Nebenwerte-Index SDax. Beim SDax-Mitglied Cancom stand dagegen ein Plus von fast vier Prozent zu Buche. Papiere von Bechtle rutschten im MDax nach einer Abstufung um 1,7 Prozent ab.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,07 Prozent am Vortag auf minus 0,06 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,03 Prozent auf 142,81 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,20 Prozent auf 167,57 Punkte.

Der Eurokurs notierte zuletzt bei 1,1275 US-Dollar. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,1277 (Montag: 1,1246) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,8868 (0,8892) Euro gekostet.