Der gestrige Montag hat den Marktakteuren noch einmal eindrucksvoll die Fragilität der Aktienmärkte vor Augen geführt. Eine gefährliche Gemengelage hatte sich eingestellt, die maßgeblich von den am Montag schier ins Bodenlose gestürzten Ölpreisen und einer unter Marktakteuren um sich greifenden Panik geprägt war. Der Dax (WKN: 846900 ISIN: DE0008469008 Kürzel: DAX) konnte sich dem Ganzen nicht entziehen. Abgestraft wurden fast alle Sektoren, aber vor allem die Aktien der Luftfahrt- und Touristikkonzerne standen zuletzt unter besonderem Druck. Wie könnte es nun nach dem „schwarzen Montag“ im Dax weitergehen? Der gestrige Handelstag hatte den Index bereits in den erweiterten Dunstkreis seiner psychologisch relevanten 10.000er Marke gebracht. Ein Durchmarsch hätte ein fatales Signal generiert. Doch der Index bekam noch einmal die Kurve.

Dem gestrigen Handel kann man durchaus das Prädikat „Ausverkauf“ zubilligen. Ob es sich hierbei bereits um eine Art von Marktbereinigung gehandelt hat, die man oftmals in der letzten Phase einer Korrektur beobachten kann, muss sich jedoch erst noch zeigen. Um ein solches Szenario weiter zu entwickeln, bedarf es nun einer starken Erholung. Der heutige Dienstag hat sich zunächst einmal diesbezüglich gut angelassen, auch wenn sich erst noch zeigen muss, ob das Ganze auf einem soliden Fundament fußt.

Zur temporären Beruhigung der Lage hat US-Präsident Trump gestern beigetragen, nachdem dieser ein Maßnahmenpaket in Aussicht stellte, um die wirtschaftlichen Folgen aus der Corona-Krise abzufedern. Konkret ist freilich noch nichts, doch die Aktienmärkte nahmen die Ankündigung von Gesprächen zwischen dem US-Präsidenten und dem US-Kongress bereits wohlwollend zur Kenntnis.

Unter konjunkturellen Aspekten ist es in dieser Handelswoche vergleichsweise ruhig. Einige Preisdaten könnten für Impulse sorgen. Nicht wenige Marktakteure erwarten sich auch von der in dieser Woche  anstehenden Sitzung der EZB Impulse. Nachdem die US-Notenbank bereits kürzlich mit einer Leitzinssenkung Akzente setzte, erhofft man sich dieses auch von der EZB. Mit Blick auf das aktuelle Leitzinsniveau in der Eurozone ist das Waffenarsenal der EZB (sprich eine Zinssenkung) allerdings sehr übersichtlich. Kommen wir zu den charttechnischen Aspekten im Dax.

DAX Chart

Nach dem veritablen Kurssturz von gestern reagierte der Index am heutigen Dienstag zunächst mit einer Gegenbewegung. Der massive Rücksetzer hat natürlich jede Menge charttechnisches Porzellan zerschlagen. In diesem Zusammenhang schmerzt vor allem der Verlust der wichtigen Zone 11.300 / 11.270 Punkte. Aus unserer Sicht wäre eine Rückeroberung dieser Zone ein erster wichtiger Fingerzeig und würde einer etwaigen Erholung zudem Relevanz verleihen. Auf der Unterseite spielen sich Rücksetzer nun idealerweise oberhalb des 52-Wochen-Tiefs (10.555 Punkte) ab. In jedem Fall sollten nun die 10.000 Punkte nicht mehr unterschritten werden. Anderenfalls wäre eine Neubewertung der Lage erforderlich.

 (DAX® ist eine eingetragene Marke der Deutsche Börse AG)

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