Die Delivery-Hero-Aktie zählt ganz deutlich zu den Gewinnern der Covid-19-Pandemie. Seit Dezember 2019 verzeichnet das Papier ein einwandfreies Wachstum. Doch mittel- und langfristig muss sich Delivery Hero möglicherweise eine Frage stellen: Wie kann neben der Wachstumsgeschichte auch eine nachhaltige Rentabilität erreicht werden? 

Diese Überlegung ist entscheidend für den zukünftigen Erfolg der Aktie. Nun ist ein aufregender Expansionsplan von Delivery Hero durchgesickert. Aber kann dies die Aktien näher an die Rentabilität bringen? Schauen wir uns zunächst an, was das Management offenbar tun möchte, um in Zukunft noch stärker zu wachsen.

Delivery Hero und seine Strategie des Wandels vom E-Commerce zum Q-Commerce

Quick Commerce (schneller Onlinehandel) ist das Schlagwort der aktuellen operativen und strategischen Ausrichtung des Unternehmens. Dies beinhaltet die schnelle Lieferung zeitkritischer Waren. Diese Bestellungen fallen ganz klar in die Kategorie Imbiss oder Restaurant. Allerdings fallen unter die Rubrik derzeit überwiegend Lebensmittel. Q-Commerce an sich ist jedoch auch bei anderen Waren und auch Dienstleistungen möglich. 

Aus diesem Grund weitet der Berliner seinen Schwerpunkt aus und möchte auch Drogerieartikel, allgemeine Lebensmittel und weitere dringend benötigte Artikel ausliefern. Ein Service der besonders zur Zeit der Pandemie sehr gefragt sein dürfte.  Damit kann Delivery Hero natürlich seine operative Basis erheblich erweitern. 

Delivery Hero möchte das Potenzial des Q-Commerce bald weltweit ausschöpfen 

Langfristig hofft das Management, bis 2030 ein Achtel des Gesamtmarktes im Quick-Commerce zu besetzen. Laut Delivery-Hero-CEO und -Mitbegründer, Niklas Östberg, liegt die erwartete Marktchance für Q-Commerce innerhalb der aktuell 35 Delivery-Hero-Märkte bis 2030 bei 56 Milliarden Euro und weltweit bei sogar bei satten 448 Milliarden Euro. Ziemlich ehrgeizig, aber definitiv möglich. 

Östberg ist sich sicher: „Wir sind jetzt in die Ära des Quick Commerce eingetreten. Diese Kategorie bietet enorme Möglichkeiten, die bisher weitgehend ungenutzt geblieben sind. Ich glaube, dass wir in diesem aufstrebenden Segment eine globale Führungsrolle einnehmen können, und ich freue mich darauf, die Zukunft der Lieferung hier mitzugestalten.“

Mithilfe von Akquisitionen kann die Wachstumsstory fortgeführt werden. Zudem expandiert Delivery Hero damit konsequent in andere Märkte und Regionen. Ob dieses starke Wachstum weitere Visionen und Maßnahmen mit sich bringt, wird sich zukünftig zeigen.

Wachstum ist gut – doch was ist mit der Rentabilität von Delivery Hero?

Das vielleicht wichtigste Thema ist jedoch die Rentabilität. Wenn wir uns die aktuellen Projekte ansehen, können wir sehen, dass sie sich auch dort sehr stark auf Quick-Commerce konzentrieren. Allerdings hat das leider hohe Personalkosten zur Folge. Schließlich bleibt die Lieferung immer noch mit den Personen in Verbindung, die fahren, liefern und bezahlt werden möchten. 

Auch die neuen Angebote wie Drogerieartikel können an dieser Ausgangsposition kaum etwas ändern. Daneben ist es auch zweifelhaft, ob es eine Möglichkeit gibt, Produkte zu verknüpfen, um einen höheren Wert pro Bestellung zu erreichen. Schließlich ist ein wesentlicher Faktor dieser Branche die Zeitnot. Alles in allem scheint es so, als ob das Wachstum an erster Priorität stehen sollte. Erst danach kann sich auf Gewinnmaximierung konzentriert werden. 

Delivery-Hero-Aktie 

Die Nachrichten zu den Expansionsplänen des Berliner Essenslieferanten scheinen die Börse aktuell noch nicht allzu sehr zu begeistert. In Frankfurt notiert der Titel mit einem leichten Plus von 0,38 Prozent gegenwärtig bei 130,70 Euro.

/sf