PEKING (dpa-AFX) - Die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus bremst die konjunkturelle Entwicklung in China. Vor allem im Bereich Dienstleistungen sorgte das Virus für einen herben Stimmungsdämpfer, wie aus dem am Dienstag veröffentlichen staatlichen Einkaufsmanagerindex hervorgeht. Der Indexwert, der die Stimmung in größeren und staatlichen Unternehmen des Dienstleistungssektors abbildet, fiel im August auf 47,5 Punkte, nach 53,3 Zählern im Monat zuvor.

Analysten wurden von der Entwicklung überrascht. Sie hatten einen deutlich höheren Indexwert von 52,0 Punkten erwartet. Der Rückschlag im August ist der stärkste Dämpfer des staatlichen Indexwertes seit dem Ausbruch der Corona-Krise Anfang 2020. Außerdem ist der Indexwert für den Bereich Dienstleistungen erstmals seit Februar 2020 wieder unter die Expansionsschwelle von 50 Punkten gefallen, was auf ein Schrumpfen der wirtschaftlichen Aktivitäten hindeutet.

Auch der staatliche Indexwert für die Industrieunternehmen ging im August zurück. Hier fiel der Stimmungsdämpfer allerdings vergleichsweise moderat aus. Der Indexwert sank nur leicht auf 50,1 Punkte, nach 50,4 Zählern im Juli. Im August hatte Chinas Führung mit harten Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus angekämpft. Nach Einschätzung des Analysten Hao Zhou von der Commerzbank macht die Delta-Variante die Wachstumsprognose für China unsicherer.

Allerdings hat die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt die Corona-Maßnahmen bereits Ende August weitgehend aufgehoben. "Wenn es also nicht zu einem weiteren großen Virusausbruch kommt, dürfte die Wirtschaft im dritten Quartal nur einen vorübergehenden Rückschlag erlitten haben und sich im vierten Quartal wieder erholen", sagte der Commerzbank-Experte./jkr/zb