Eine neue Generation Fahrräder hat in den letzten Jahren die Stadt und das Land erobert und gehört heute zum Alltagsbild – E-Bikes sind fortschrittliche Fortbewegungsmittel für moderne Menschen.

Diesem Trend schließen sich immer mehr Hersteller an. Das reicht von den traditionellen Fahrradherstellern, die ihre Sortimente um E-Bikes erweitert haben, über Newcomer, die mit neuer Technik und neuem Design punkten, bis hin zu den großen Auto- und Motorradherstellern.

Diese E-Bike-Typen gibt es

E-Bikes unterscheiden sich in ihrer Bauart, ihrer Ausstattung und ihrem Antrieb und sprechen verschiedene Zielgruppen an. Legt man eher kurze Entfernungen in der Stadt zurück, ist man Pendler, Genussradler, plant man lange Radtouren oder will man sich auf ein Offroad-Abenteuer begeben –für jeden gibt es das passende Gefährt. Dieses Jahr voll im Trend liegen minimalistische Urban-E-Bikes, vollausgestattete E-SUV-Bikes und Gravel-E-Rennräder. Das Angebot an E-Bikes und E-Bike-Typen ist so vielseitig wie nie zuvor.

City E-Bike: komfortabel durch die Stadt

Ein City E-Bike eignet sich für alle kürzeren Wege wie die Fahrt zur Arbeit, zur Schule oder in die Stadt. Es zeichnet sich durch einen bequemen Sattel, eine gute Federung und eine komfortable Ausstattung aus. Das straßentaugliche Bike verfügt über Schutzbleche, eine Beleuchtung, einen Ständer und eine herausnehmbare Batterie. Die aufrechte Sitzposition auf dem City-Bike eignet sich gut für E-Bike-Einsteiger.

Stilvolles City E-Bike Rush, Bildquelle: Harley-Davidson

Urban E-Bike: Design für den Alltag

Diese E-Bikes überzeugen nicht nur durch ihre Technik, sondern durch ihr besonderes Design. Das abgespeckte Cityrad im minimalistischen Design spricht vor allem designorientierte Fahrer an, die durch dieses stylishe E-Bike ihr Lebensgefühl ausdrücken. Es kommt vor allem im städtischen Umfeld zum Einsatz und ist ergonomisch und bequem. Die kleineren Akkus sind meistens formschön im Rahmen integriert.

Das Urban E-Bike S3 von VanMoof bringt Design für den Alltag, Bildquelle: VanMoof

E-Mountainbike: für jedes Gelände

Das E-Mountainbike eignet sich für Waldwege und Trails. Dazu ist es mit breiten Reifen und einer speziellen Federung ausgestattet. Steinige Wege und steile Berge sind mit dem leistungsstarken Motor kein Problem. Unterschieden wird bei Mountainbikes nochmals zwischen dem Fully, dem vollgefederten Bike, und dem Hardtail, bei dem nur das Vorderrad gefedert ist.

E-Mountainbike Uproc6 9.50 von Flyer, Bildquelle: Flyer

E-Trekkingbike: der Allrounder

Das Trekking-E-Bike ist eine Mischung aus einem E-Mountainbike und einem City E-Bike. Der Rahmen ist stabil und länger gezogen als beim City-Bike, die Sitzposition gestreckter. Durch seine technische Ausstattung eignet es sich für längere Touren: lange Akkudauer, gute Lichtanlage, leistungsstarker Motor und Batterieanzeige.

E-Trekkingbike von Ducati, Bildquelle: Ducati

E-Rennrad: sportlicher Begleiter

Wer gerne lange sportliche Radtouren auf befestigten Straßen unternimmt, trifft mit dem E-Rennrad die richtige Wahl. Der Motor unterstützt die Muskelkraft und verhilft dem gut trainierten Fahrer zu einer dynamischen Fahrweise. Die Motorkraft unterstützt beim Anfahren, beim Beschleunigen sowie beim Halten der Geschwindigkeit.

Gravel E-Bike: das Rennrad für Feldwege

Das Gravel E-Bike ist ein E-Rennrad, das mit seiner Ausstattung auch für unbefestigtes Gelände und Schotterwege geeignet ist. Vom E-Rennrad unterscheidet es sich durch breitere Reifen, Scheibenbremsen und eine spezielle Rahmengeometrie, die ein sportliches, aber bequemeres Fahren ermöglicht.

E-Rennrad Gravel Nuroad von Cube, Bildquelle: Cube

Cross E-Bike: das Flexible

Diese E-Bikes sind ein Mix aus E-Trekking-, E-Mountain- und E-Renn-Bike, die sich für jede Umgebung und jeden Untergrund gleichermaßen eignen. Die schmalen Reifen sind mit einem guten Profil ausgestattet, der Rahmen ist steif und die Sitzposition sportlich. Viele Ausstattungsvarianten können gewählt werden.

SUV E-Bike: Alleskönner für jedes Terrain

Dieses neue Trend-Bike ist durch die SUV-Autos „Sport Utility Vehicles“ inspiriert. Es handelt sich um einen sicheren Alleskönner mit einer exklusiven Vollausstattung und Lichtanlage. Es vereint alle Funktionen des E-City-, Trekking-, und Mountainbikes und ist ein robustes, für die Straße zugelassenes, voll gefedertes E-Bike. Ein sportlicher Allrounder für jedes Gelände und jeden Einsatz.

SUV-Bike E-Omnia, Bildquelle: Bianchi

Speed-Pedelec: das schnelle Kleinkraftrad

S-Pedelecs sind schneller als E-Bikes und zählen nicht mehr zu den Fahrrädern, sondern zu den Kleinkrafträdern. Sie benötigen ein Versicherungskennzeichen und der Fahrer einen Führerschein der Klasse AM. Das schnelle Bike besitzt einen stabilen Rahmen und sehr leistungsfähige Bremsen, denn man erreicht damit eine Geschwindigkeit bis zu 45 km/h.

E-Bike XXL: extra stabil

Diese Bike-Variante ist für ein Gesamtgewicht von 200 kg konzipiert, dass heißt, dass sowohl Rahmen, Räder, Speichen und Federgabel zusätzlich verstärkt sind. Freunde findet es bei schweren Fahrern oder bei Bikern, die gerne schwere Radtaschen oder ein Kind mitnehmen wollen.

Lasten E-Bike: praktisch zum Transport

Das Lasten E-Bike hat eine Fahrleistung zwischen 25 und 45 Kilometer pro Stunde. Es verfügt über große Gepäckträger oder Transportschalen und eignet sich perfekt für den Transport von großen Sachen. Es kann mit einem Kindersitz ausgestattet werden und hat zwei oder drei Räder.

Kompaktes E-Bike: für unterwegs

Diese Bikes haben einen kompakten Rahmen und kleine Laufräder. Sie eignen sich optimal zur Mitnahme im Zug oder in den Urlaub, sind sehr leicht und lassen sich auf unterschiedliche Größen anpassen. Die klappbare Variante lässt sich mit wenigen Handgriffen zusammen- und auseinanderklappen.

Das faltbares E-Bike FR 7000 ist praktisch für unterwegs, Bildquelle: Jeep

Das Herzstück des E-Bikes – Antrieb und Technik

Das Herzstück eines jeden E-Bikes sind der Motor und der Akku. Diese beiden Komponenten tragen dazu bei, das aus einem pedalbetriebenen Fahrrad ein Fahrrad mit Antrieb wird. Während E-Bikes, die bis zu 45 km/h schnell fahren, zu den Kleinkrafträdern gehören und keine Unterstützung durch Pedalkraft brauchen, muss der Fahrer bei den E-Bikes bis 25 km/h in die Pedale treten, damit das Bike fährt. Das Prinzip ist einfach: Ein aufladbarer Akku speist einen Motor, der beim Treten zusätzlich Kraft beisteuert. Wie viel Kraft der Motor beisteuern soll, kann in verschiedenen Unterstützungslevels ausgewählt werden. Durch Sensoren werden die Trittfrequenz und die Trittkraft gemessen und je nachdem der Motor zugeschaltet.

E-Bikes können von drei verschiedenen Motorenarten angetrieben werden: dem Heckmotor, dem Mittelmotor und dem Frontmotor. Alle Motorenarten haben ihre Vor- und Nachteile.

Die meisten E-Bikes sind mit Bosch-Motoren ausgestattet, Bildquelle: Bianchi

Frontmotor

Der Frontmotor ist häufig bei den Einsteigermodellen verbaut und eignet sich gut zur Nachrüstung. Ein Vorteil ist, dass der Frontmotor sofort beim Anfahren unterstützt, egal welcher Gang eingelegt ist. Auch lässt er sich mit allen Schaltsystemen kombinieren, ebenso mit einer Rücktrittbremse. Sein Nachteil ist sein etwas lauteres Geräusch und die Tatsache, dass das Bike in der Kurve oder bei Nässe ausbrechen kann.

Mittelmotor

Der etwas teurere Mittelmotor befindet sich in der Mitte am Rahmen. Er ist ein leistungsstarker Motor, bei dem der Antrieb direkt mit dem Tretlager verbunden ist, was zu einer gleichmäßigen Gewichtsverteilung führt. Das Fahrgefühl dieses E-Bikes entspricht daher am ehesten dem eines normalen Fahrrads. Zudem ist der Mittelmotor effizient uns sparsam und erreicht damit einen größeren Aktionsradius.

Heckmotor

Der Heckmotor ist leise und verspricht gleichzeitig eine dynamische Fahrweise. Bei einem E-Bike mit Heckmotor kann die Motorbremse benutzt werden, um so die Energie zurückzugewinnen. Wie der Frontmotor unterstützt auch dieser Motor beim Anfahren. Meistens ist ein Heckmotor an eine Kettenschaltung gekoppelt und funktioniert deshalb nicht mit einer Rücktrittbremse.

Hersteller von Antriebssystemen

Die Hersteller für E-Bike-Antriebssysteme sind überschaubar. Der Marktführer ist Bosch, der den Großteil der E-Bike-Hersteller mit seinen Antriebssystemen versorgt: in rund 70 führenden Fahrradmarken Europas stecken Komponenten von Bosch – Motoren und Getriebe, Akkus und smarte Bordcomputer. Die Vorteile von Bosch liegen in der perfekten Abstimmung der Komponenten und im Technik- und Fertigungs-Know-how der Bosch-Gruppe. Weitere erfolgreiche E-Bike Motoren-Hersteller sind der japanische Fahrradriese Shimano und der E-Bike Pionier Yamaha. Der deutsche E-Motorenhersteller Brose fertigt ebenfalls E-Bike-Motoren, allerdings keine Akkus oder Bedienelemente. Auch Mahle ist mit seinen Motoren bei E-Bikes vertreten und neuerdings wagte sich Valeo an die Motorenentwicklung. Weitere Hersteller sind unter anderem der Elektronikkonzern Panasonic, das bayerische Unternehmen Fazua und der chinesische Hersteller Bafang.

Das Shimano Steps Antriebssystem für E-Bikes, Bildquelle: Shimano

Der Akku entscheidet über die Reichweite

Ausschlaggebend bei der Wahl des Akkus ist die Reichweite, die Dauer des Ladevorgangs und die Handhabung. Je mehr Kapazität an Wattstunden der Akku hat, desto weiter kann man fahren. Zum Laden sind herausnehmbare Akkus einfacher zu handhaben, während fest verbaute Akkus diebstahlsicherer sind, das ganze E-Bike dann aber eine Steckdose zum Laden in seiner Nähe braucht.

Platziert werden Akkus in E-Bikes entweder auf dem Gepäckträger, was bei preisgünstigen E-Bikes beliebt ist, oder am Rahmen, meist auf dem Unterrohr oder am Sattelrohr, wodurch die Gewichtsverteilung verbessert ist. Bei Akkus, die im Rahmen integriert sind, hat man aufgrund des tieferen Schwerpunkts die bestmöglichen Fahreigenschaften und mit über 600 Wattstunden die größtmögliche Reichweite. Nachteilig bei den fest verbauten Akkus ist das mögliche höhere Gewicht und der Ein- und Ausbau. Ein leistungsstärkerer Akku bedeutet mehr Reichweite, aber meistens auch mehr Gewicht. In der Regel hält ein Akku zwischen 3 und 5 Jahren und muss dann erneuert werden.

E-Bike Steuerung und Bordcomputer

Mit der Steuereinheit kann das E-Bike bedient werden, das heißt es gibt in der einfachsten Ausstattung einen Ein- und einen Aus-Knopf, einen Hebel zum Einstellen des Fahrlevels und eine Akku-Ladestandanzeige. Teurere E-Bikes verfügen oft über ein modernes Display und einen Bordcomputer, bei dem zusätzliche Features wie die gefahrenen Kilometer, die Geschwindigkeit, die Reichweite und die Fitnesswerte abgelesen werden können. Einen modernen Bordcomputer bietet zum Beispiel Bosch mit seinem „Nyon“. Hier vernetzt sich der E-Biker mit der digitalen Welt und kann auf Funktionen wie On-Board-Navigation und Fitness-Tracking zurückgreifen. E-Bikes von Cowboy bieten eine Innovation: die Option für die „sauberste Route“ per App. Hier werden Infos zur Feinstaubbelastung gesammelt, damit die Route mit der saubersten Luft gewählt werden kann.

Nyon Bordcomputer von Bosch, Bildquelle: Bosch


Flexible Mobilitätslösungen: Leasing und Sharing

Wer ein E-Bike als Dienstrad fahren möchte, kann über ein Bike-Leasing oder -Sharing nachdenken. Verschiedene Anbieter ermöglichen dieses Modell für Firmen, Arbeitnehmer oder Selbständige. Dabei ist eine Kostenübernahme für Arbeitgeber und steuerliche Vorteile möglich. Der bayerische Anbieter Movelo stellt Unternehmen E-Bike-Flotten via Mietleasing zur Verfügung und schafft damit nachhaltige, klimaschonende Fuhrparks. Die Nutzer nehmen die E-Bikes entweder mittels Fahrradschlüssel (Key-Variante) oder per Smartphone-App (Share-Variante) in Betrieb. Das letztere Modell sieht Ladestationen auf dem Firmengelände oder an anderen möglichen Standorten vor.



Kurz nachgefragt bei…

Foto: David Eisenberger

David Eisenberger, Leiter Marketing & Kommunikation beim Zweirad-Industrie-Verband e.V. Dieser ist die nationale Interessenvertretung und Dienstleister der deutschen und internationalen Fahrradindustrie. Dazu gehören Hersteller und Importeure von Fahrrädern, E-Bikes, Komponenten und Zubehör. www.ziv-zweirad.de

Ist der E-Bike-Trend immer noch spürbar?

Ja, bereits in den vergangenen Jahren konnte sich die Branche über ein dynamisches Wachstum freuen. Es zeigte sich, dass Fahrräder und E-Bikes in Deutschland nicht nur äußerst beliebt sind, sie sind auch Garant für infektionssichere Alltagsmobilität und somit systemrelevant. Zweiräder, mit und ohne elektrischen Antrieb, waren und sind die Verkehrsmittel der Stunde und konnten von der Situation des vergangenen Jahres stark profitieren.

Warum boomen E-Bikes dermaßen?

Hohe Modellvielfalt in allen Produktkategorien, herausragendes Design, innovative Weiterentwicklung in der Antriebs- und Batterietechnologie, zum Beispiel die Integration der Batterie in den Fahrrad-Rahmen, und deutlich größere Nutzungsmöglichkeiten sind für den Boom der E-Bike Nachfrage verantwortlich.

Wie hat Corona die Bike-Branche beeinflusst?

Die Pandemie bestimmte 2020 die deutsche Fahrrad- und E-Bike-Industrie signifikant. Die Herausforderungen für Hersteller und Fahrradhandel waren gewaltig vor dem Hintergrund von Shutdowns, gestörten Lieferketten, Ladenschließungen, Hygieneauflagen und beispielloser Nachfrage.

Wie viele E-Bikes wurden 2020 verkauft?

Der Absatz an Fahrrädern und E-Bikes lag mit 5,04 Mio. Einheiten um +16,9 % über dem Vorjahr. Der anteilige E-Bikes Absatz von 1,95 Mio. Stück am Gesamtabsatz betrug 38,7 %. Damit wurden im Jahr 2020 43,4 % mehr E-Bikes verkauft als 2019. Der Umsatz mit Fahrrädern und E-Bikes erreichte im Jahr 2020 6,44 Mrd. Euro, ein Plus von 60,9 % zum Vorjahr. Zusammen mit dem Komponenten- und Zubehörbereich ergibt sich über alle Vertriebswege ein Umsatz-Volumen von fast 10 Mrd. Euro.

Welche Fahrräder verkauften sich am besten?

Die Stückzahlen wuchsen in allen Modellgruppen mit Ausnahme von nicht elektrisch angetriebenen MTB, Holland- und Tourenrädern. Bei den E-Bikes ist die Aufteilung: E-Trekking 35,5%, E-MTB 30%, E-City-/Urban 28%, E-Lastenräder 4%, E-Rennrad 0,5% und schnelle E-Bikes 0,5%. Signifikant wachsen konnte erneut die Modellgruppe E-MTB.

Sind E-Bikes zukünftig überhaupt noch erschwinglich?

Der Preis für ein E-Bike ist sicherlich auf den ersten Blick recht hoch, was an der eingebauten, hochwertigen Technik liegt, wie zum Beispiel dem Motor. Und ein leistungsstarker Lithium-Ionen-Akku ist natürlich kostenintensiv. Aber auch die restliche Ausstattung wie Bremssysteme, Schaltung etc. schlägt sich im Endpreis wieder. Dafür bekommt man allerdings ein Fahrzeug, dass das Fahrrad um viele zusätzliche Möglichkeiten erweitert und dann relativiert sich der Preis wieder schnell. Preissteigerungen über das jetzige Niveau hinaus sind nicht zu erwarten.

Fahren Sie selbst auch E-Bike?

Ich selbst habe kein E-Bike. Ich fahre ein Gravelbike von Cannondale, denn ich mag es sehr gerne, wenn es auch mal in den Beinen brennt.



Bildquelle: VanMoof

The post Der E-Bike-Guide: Facts & News first appeared on marktEINBLICKE.

© 2021 marktEINBLICKE

Jetzt den vollständigen Artikel lesen