Wer im April beim Börsengang von Coinbase (WKN: A2QP7J) die Aktie gekauft hat, hatte keinen schönen Monat. Die Aktien der Kryptowährungshandelsplattform werden jetzt unter ihrem IPO-Preis von 250 USD gehandelt und sind nur noch halb so viel wert wie zum Allzeithoch.

Auf den ersten Blick sieht die Aktie unglaublich billig aus. Coinbase meldete im ersten Quartal einen Umsatz von 1,6 Milliarden USD, gegenüber nur 179 Millionen USD im Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn stieg auf 771 Millionen USD, nach nur 32 Millionen USD im Vorjahr. Zum aktuellen Kurs wird Coinbase zum siebenfachen Umsatz und 15-fachen Gewinn gehandelt.

Aber die Coinbase-Aktie ist nicht günstig, weil das Geschäft nicht nachhaltig ist. Coinbase verdient Einnahmen, indem es Gebühren von denjenigen erhebt, die auf seiner Plattform mit Kryptowährungen handeln. Das ist großartig, wenn die Preise von Bitcoin und anderen Kryptowährungen steigen. Aber im Falle eines Crashs ist es schrecklich.

Die Blase könnte platzen

Mit Stand 20.5. steht Bitcoin bei knapp über 35.000 USD. Das ist ein Rückgang von fast 50 % gegenüber seinem Höchststand im letzten Monat. Anderen Kryptowährungen geht es auch nicht besser. Der Preis von Ethereum hat sich fast halbiert, und Dogecoin ist sogar noch mehr gefallen. Das alles geht rapide, oft binnen Minuten.

Die Leute handeln alles – Aktien, Kryptowährungen, Optionen –, weil sie denken, dass sie Geld verdienen können. Geld mit Kryptowährungen zu verdienen war in diesem Jahr einfach, zumindest bis vor Kurzem, denn die Preise stiegen schnell an. Ständig steigende Preise zogen mehr Menschen an, steigerten die Nutzerzahlen von Coinbase und sorgten für Rekordtransaktionsvolumen. Das Handelsvolumen auf der Plattform von Coinbase stieg im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um das 11-Fache.

Coinbase ist sich bewusst, dass sein Geschäft unvorhersehbar ist, daher gibt es keine konkreten Prognosen. Das Unternehmen bietet ein paar Szenarien in Bezug auf die monatlichen Nutzer, aber selbst die pessimistischste Vision klingt immer noch sehr optimistisch.

Das schlimmste Szenario, das Coinbase auslegt, ist, dass die durchschnittliche Anzahl der monatlichen Nutzer auf 5,5 Millionen im Jahr 2021 fallen wird. Das ist ein Rückgang von 6,1 Millionen im ersten Quartal, aber immer noch weit höher als im letzten Jahr. Coinbase hatte im ersten Quartal 2020 nur 1,3 Millionen monatlich aktive Nutzer.

Wenn die Preise für Kryptowährungen weiter fallen und sich nicht bald erholen, warum sollten dann all diese Leute weiterhin exorbitante Gebühren an Coinbase zahlen, um zu handeln? Coinbase berechnet variable Gebühren zusätzlich zu den festen Gebühren für alle Kauf- und Verkaufstransaktionen. Es ist nicht billig, Kryptowährungen auf Coinbase zu handeln, aber es spielte keine Rolle, als die Benutzer erwarteten, schnell Geld zu verdienen. Doch wenn Krypto nicht mehr das Versprechen einlöst, schnell reich werden zu können, ist für viele der Hauptanziehungspunkt weg.

Das Worst-Case-Szenario für Coinbase ist ein massiver und dauerhafter Rückgang der aktiven Nutzer und des Handelsvolumens, der weit unter dem pessimistischsten Fall liegt, den das Unternehmen aufgestellt hat. Coinbase wird dann um Nutzer konkurrieren müssen. Das bedeutet, dass die Gebührenstruktur unter Druck geraten wird. All das könnte die Gewinne von Coinbase belasten.

Coinbase gibt es bereits seit 2012. Das Unternehmen hat mehrere Kryptowährungs-Crashs durchlebt und hat jede Menge Bargeld in der Bilanz. Coinbase wird diesen Absturz überleben. Die Frage ist: Wie viel ist das Unternehmen wirklich wert? Ist es seine aktuelle Marktkapitalisierung von 45 Milliarden USD wert?

Wie jedes zyklische Unternehmen ist es keine gute Idee, Coinbase anhand der Spitzenerträge zu bewerten. Coinbase geht davon aus, dass es vorerst im Durchschnitt kostendeckend arbeiten wird, also werden die schlechten Zeiten ziemlich schlecht sein. Coinbase hat noch andere Eisen im Feuer, die über die Transaktionsgebühren hinausgehen – das Unternehmen bietet zum Beispiel Kredite an, die mit Bitcoin unterlegt sind. Aber dieses Geschäft wird auch nicht gut laufen, wenn die Bitcoin-Preise abstürzen.

Ist dies der große Crash, der die Kryptowährungen in einen längeren Bärenmarkt stürzt? Oder werden sich die Preise wieder erholen, so wie sie es jedes Mal getan haben, wenn sie dieses Jahr eingebrochen sind?

Ich habe keine Ahnung. Aber was ich sicher weiß, ist, dass ich absolut niemals Coinbase-Aktien kaufen werde.

Der Artikel Der Krypto-Crash ist eine Katastrophe für Coinbase ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

Unsere Top Nischenaktie mit Potential zum Technologiestar

Jedes Amazon von morgen fängt mal klein an. Unsere Top Small Cap für 2021, die viele unserer Analysten begeistert, bedient einen wichtigen und schnell wachsenden Markt, der in Zeiten von Corona-Prävention noch wichtiger wird.

Die Zahl an Datenverletzungen und Hacker-Angriffen nimmt immer weiter zu, und sich dagegen zu schützen wird deshalb immer wichtiger. Unsere Top Nischenaktie hilft Firmen bei der Login-Verwaltung und Datensicherheit ihrer Mitarbeiter, egal von wo sie arbeiten.

Das ist besonders wichtig beim Home-Office. Das zeigen die starken Zahlen dieser Top-Empfehlung:

  • seit 2016 jährliches Umsatzwachstum von 58 %
  • der operative Cashflow hat sich seit 2019 verachtfacht
  • eine spektakuläre Übernahme für 6,5 Mrd. USD sichert weiteres Wachstum

In unserem brandneuen Sonderreport nennen wir dir diese Top Small Cap – jetzt hier komplett kostenlos abrufen!

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Bitcoin. Timothy Green besitzt keine der angegebenen Aktien. Dieser Artikel erschien am 20.5.2021 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2021

Autor: Timothy Green

Jetzt den vollständigen Artikel lesen