Kennst du den Warren-Buffett-Indikator? Falls nein: Dabei handelt es sich um eine Kennzahl, die Warren Buffett makroökonomisch nutzt, um ein Gespür für die Märkte und die Bewertungen zu bekommen.

Dabei setzt Warren Buffett das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ins Verhältnis zur aktuellen Marktkapitalisierung der globalen oder auch der US-amerikanischen Aktienmärkte. Und zieht daraus seine Schlüsse.

Dieser sogenannte Warren-Buffett-Indikator schlägt jetzt jedenfalls Alarm und explodiert regelrecht. Solltest du daher alle Aktien verkaufen? Lass uns das im Folgenden einmal ein wenig kontextuieren.

Der Warren-Buffett-Indikator und sein Stand

Die Modalitäten des Warren-Buffett-Indikators haben wir jetzt jedenfalls geklärt. Was wir vielleicht noch ein wenig erläutern sollten, ist der Kontext, wann die Aktienmärkte günstig und wann sie teuer sind. Glücklicherweise funktioniert dieser Indikator dabei vergleichsweise einfach: Ein Wert von über 100 % gilt als teuer, ein Wert von unter 100 % hingegen als vergleichsweise preiswert. Vielleicht noch einen Blick auf den Mittelwert: Dieser liegt im historischen Durchschnitt bei in etwa 120 %.

Natürlich wissen Foolishe Investoren, dass einzelne extreme Verhältnisse durchaus vorhanden sein können. Während der Dotcom-Blase lag der Warren-Buffett-Indikator beispielsweise bei knapp 140 %. Das ist über lange Zeiträume hinweg ein unerreichter Rekordwert gewesen. Wie gesagt: Zumindest bis jetzt.

Derzeit scheint der Warren-Buffett-Indikator nämlich regelrecht zu explodieren. Noch im Februar lag dieser Wert zeitweise bei über 200 %. Zum Zeitpunkt, als das US-amerikanische Börsenportal Benzinga den Wert herausgepickt hat, befinden wir uns bei einem Wert von über 190 %. Das zeigt: Die Bewertungen sind hoch. Eine Korrektur oder ein Börsencrash könnte daher durchaus die Folge sein.

Etwas mehr Kontext …

Trotzdem sollten wir den Warren-Buffett-Indikator noch ein wenig weiter kontextuieren. Was wir jedenfalls zur aktuellen Ausgangslage sagen können, ist, dass wir in Teilen eine wirklich extreme Ausgangslage vorfinden. Das betrifft jedoch möglicherweise eher einige Schwergewichte. Beispielsweise die FAANG-Aktien (oder auch in sämtlichen Erweiterungen). Oder eine Tesla-Aktie, die seit dem Corona-Crash signifikant an Wert zulegen konnte.

Das wiederum zeigt: Ja, womöglich sind die Indexschwergewichte inzwischen viel zu teuer. Trotzdem existieren einige andere Aktien, die nicht wesentlich zum Warren-Buffett-Indikator beitragen. Möglicherweise ist diese Kennziffer daher zur Bewertung dieser individuelleren Chancen kaum geeignet.

Foolishe Investoren sollten außerdem bedenken, nicht wegen einer solchen Kennzahl alle Aktien zu verkaufen. Mittel- bis langfristig sind die Börsennotierungen schließlich stets immer weiter gestiegen. Der Indikator dürfte durch ein künftiges Wirtschaftswachstum außerdem relativiert werden. Das sollten Anleger daher auch mit Blick auf diese Kennzahl derzeit bedenken.

Der explodierende Warren-Buffett-Indikator

Natürlich kann man als Investor den derzeitigen Warren-Buffett-Indikator ernst nehmen. Ja, vielleicht sollte man das sogar. Vielleicht steht eine Korrektur bevor. Womöglich sogar ein Börsencrash. Dass der derzeitige Stand jedoch so hoch ist, heißt nicht, dass direkt eine volatile Phase bevorsteht. Geschweige denn, dass die Börsen langfristig nicht bedeutend weiterklettern können.

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Autor: Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst

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