BONN (dpa-AFX) - Die Corona-Pandemie erweist sich in der boomenden Paketbranche als Digitalisierungsschub. Denn viel mehr Kunden als früher nutzen das sogenannte "Abstell-Ok", mit dem sie im Internet einer Ablage vor der Haustür oder anderswo zustimmen. "Die Anzahl der Abstell-Einwilligungen hat sich seit Beginn der Pandemie bei uns vervielfacht", sagte ein Sprecher von DPD. Auch die Deutsche Post DHL berichtet von einer höheren Nachfrage nach den digitalen Anweisungen. Der Bonner Konzern ist Marktführer bei Paketen, zu den Konkurrenten gehören Hermes, DPD und GLS.

Die Branche verzeichnet dieses Jahr ein ungewöhnlich hohes Mengenwachstum, das Weihnachtsgeschäft dürfte dieses Jahr einer Branchenschätzung zufolge 20 Prozent höher sein als 2019. Grund ist die Pandemie - viele Menschen shoppen lieber im Internet statt im Geschäft. Die Logistiker arbeiten am Anschlag, mitunter bleiben Pakete liegen und kommen später beim Kunden an als gedacht.

Etwas Druck aus dem Kessel nimmt die Tatsache, dass viele Empfänger im Homeoffice sind - wenn ein Paketbote klingelt, wird ihm häufiger als früher die Tür aufgemacht. Und selbst wenn das nicht der Fall ist, so führt das "Abstell-OK" dazu, dass die Zusteller ihre Pakete einfach nur vor die Tür legen können. "Dies hilft, um die Mehrmengen bewältigen zu können", sagte ein Hermes-Sprecher.

Allerdings hat die Corona-Situation samt Homeoffice der Empfänger auch ihre Schattenseiten für die Branche. So weist eine Sprecherin von GLS darauf hin, dass die Paketboten bei der Auslieferung mehr Stopps pro Tour haben und die Pakete im Schnitt größer geworden sind, weil vermehrt Waren wie Gartenmöbel und Sportgeräte bestellt werden./wdw/DP/zb