Eine steigende Palladiumnachfrage trifft auf ein sinkendes Angebot. Das Resultat sind starke Preissteigerungen bei dem seltenen Edelmetall. Der Palladiumpreis übersteigt den Goldpreis derzeit um mehr als 1.000 US-Dollar.

Die Rallye bei dem seltenen Edelmetall Palladium geht offenbar weiter: Gestern erreichte der Palladiumpreis mit 2.945 US-Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) ein neues Allzeithoch. Damit ist Palladium wesentlich teurer als Gold, das derzeit 'nur' rund 1.774 US-Dollar je Feinunze kostet. Palladium gehört zu den Platinmetallen und wird unter anderem für Katalysatoren, Brennstoffzellen und in der Schmuckindustrie benötigt. Zunehmend ist es auch als Anlagemetall gefragt.

Ralph Malisch, Edelmetallexperte und Redakteur bei Smart Investor: „Palladium hat viele interessante Anwendungsgebiete, die weit über die bekannte Katalysatortechnik hinausgehen . . . Da der Markt extrem eng ist, können bereits kleinere Nachfrageverschiebungen und/oder Produktionsausfälle zu überproportionalen Preisveränderungen führen. Das unauffällige Metall der Platingruppe wird zunehmend auch als Schmuck- und Anlagemetall entdeckt und geschätzt. Technisch konnte zuletzt sogar das alte Allzeithoch aus dem Februar 2020 überwunden werden.“

Die jüngsten Preissteigerungen bei Palladium sind hautsächlich das Resultat einer steigenden Nachfrage bei gleichzeitig sinkendem Angebot. Im März dieses Jahres war ein großer Wassereinbruch in Russlands Norilsk Nickel Mine, dem größten Palladiumproduzenten der Welt, bekannt geworden. Gleichzeitig steigt der Palladiumbedarf, da weltweit schärfere Abgasnormen den verstärkten Einsatz von Katalysatoren in Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor erfordern.

Im jüngsten Edelmetall-Marktbericht von Heraeus heißt es dazu: „Durch die reduzierte Produktion des weltgrößten Palladiumproduzenten bleibt die Versorgung weiter eng, das Marktdefizit dürfte eine Million Unzen (31,1t) betragen. Das eingeschränkte Angebot bei gleichzeitig guter Nachfrage, um die engen Abgasnormen erfüllen zu können, wird den Palladiumpreis weiter oben halten.“

Autor: Ferdinand Hammer, wallstreet:online Zentralredaktion.

Jetzt den vollständigen Artikel lesen