FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen haben sich am Mittwoch bis zum Mittag wenig von der Stelle bewegt. Zuletzt stand der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future faktisch unverändert auf 175,44 Punkten. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen betrug minus 0,38 Prozent. Das ist in etwa der höchste Stand seit etwas mehr als einem Monat.

Am Dienstag waren Bundeswertpapiere wie auch Anleihen anderer Euro-Staaten erheblich unter Druck geraten. Als Auslöser galt ein Mix aus steigenden Inflationsraten und einer Debatte über die Wertpapierkäufe der Europäischen Zentralbank (EZB). Zwei für eine straffe Haltung bekannte Notenbanker hatten sich für eine Abschmelzung der Corona-Krisenkäufe unter dem Programm Pepp ausgesprochen.

Am Mittwoch äußerte sich der Chef der griechischen Zentralbank, Giannis Stournaras. Er vertrat die gängige Haltung vieler EZB-Offizieller, dass die gegenwärtig erhöhte Inflation ein lediglich zeitweise auftretendes Phänomen sei und eine geldpolitische Reaktion daher nicht erforderlich sei. Bundeswertpapiere reagierten allerdings nur kurzzeitig auf die Äußerungen des Griechen, der als Vertreter einer eher lockeren Geldpolitik bekannt ist.

An Konjunkturdaten stehen zur Wochenmitte in zahlreichen Ländern die Einkaufsmanagerindizes für den Industriesektor auf dem Programm. In der Eurozone trübte sich die Stimmung im August zum zweiten Mal in Folge ein, allerdings von sehr hohem Niveau aus. Abermals berichteten die Unternehmen von Versorgungsengpässen und steigenden Preisen - eine Folge von anhaltenden Lieferschwierigkeiten im Welthandel.

Am Nachmittag steht in den USA der vielbeachtete ISM-Einkaufsmanagerindex für die Industrie auf dem Programm. Die Kennzahl gilt als verlässliche Messgröße für das tatsächliche Wirtschaftswachstum. Außerdem veröffentlicht der Dienstleister ADP seine monatlichen Zahlen vom Arbeitsmarkt./bgf/jkr