FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Staatsanleihen sind am Dienstag angesichts erneut deutlicher Kursverluste an den Aktienmärkten weiter gefragt gewesen. Die anhaltende Unsicherheit über die fortschreitende internationale Verbreitung des chinesischen Coronavirus stärkt als sicher empfundene Wertpapiere. Die Konjunkturskepsis bleibt aufgrund der befürchteten wirtschaftlichen Folgen groß.

Am Abend lag der für den deutschen Anleihemarkt richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future 0,26 Prozent höher als am Vortag. Er notierte bei 176,05 Punkten. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel im Gegenzug bis auf minus 0,52 Prozent. Das ist der tiefste Stand seit Oktober.

In Europa verlief der Handel uneinheitlich. Während Anleihen aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden gesucht wurden, standen Staatspapiere südeuropäischer Länder unter Druck. Verluste verbuchten Titel aus Italien, Spanien, Portugal und Griechenland.

Am Markt wurden die Verluste in Südeuropa mit der besonderen Betroffenheit Italiens erklärt. Dort ist es bisher zu den meisten Infektionen mit dem Coronavirus in Europa gekommen. Der Staat hat mehrere Kommunen im Norden des Landes faktisch unter Quarantäne gestellt.

Konjunkturdaten entfachten am Dienstag keine nennenswerten Marktbewegungen. Für Deutschland bestätigte das Statistische Bundesamt die wirtschaftliche Stagnation am Jahresende, in Frankreich führte die Ausbreitung des Coronavirus nicht zu einer Eintrübung des Geschäftsklimas. Daten vom amerikanischen Immobilienmarkt und zum Verbrauchervertrauen fielen wenig spektakulär aus./bgf/zb