FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Donnerstag gestützt durch die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) stark zugelegt. Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg bis zum späten Nachmittag um 0,78 Prozent auf 170,99 Punkten. Er baute damit anfängliche Gewinne aus. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel um 0,10 Prozentpunkte auf minus 0,33 Prozent.

Der Start des Not-Anleihekaufprogramms der EZB sorgte insbesondere bei Anleihen südeuropäischer Länder für stark sinkende Renditen. Bei den neuen Käufen verzichten die Währungshüter auf eine wichtige Grenze: Die bisherige Regel, dass die Notenbank maximal ein Drittel aller Staatsanleihen eines Eurolandes kaufen darf, gilt nicht für die neuen Käufe.

In fast allen Ländern der Eurozone gaben die Renditen deutlich nach. Besonders deutlich fielen sie in südeuropäischen Ländern. So sank die Rendite griechischer Staatsanleihen um 0,74 Prozentpunkte auf 1,485 Prozent. Sehr deutlich gaben auch die Renditen italienischer, spanischer und portugiesischer Staatsanleihen nach.

Auch aktuelle Konjunkturdaten stützten Anleihen als vermeintlich sicheren Fluchthafen. Das GfK-Konsumklima reihte sich nahtlos in die verheerenden Daten der vergangenen Tage ein. Die aktuelle Corona-Krise hatte die Verbraucherstimmung in Deutschland auf den niedrigsten Wert seit der Finanzkrise einbrechen lassen.

Die drastischen Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Epidemie schlagen jetzt in den USA mit voller Wucht auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt durch. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg dort in der Woche bis 21. März etwa um das Zehnfache von 282 000 auf nunmehr rund 3,3 Millionen. Das war der höchste Wert seit Beginn der Datenerhebung./jsl/he