FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen haben am Dienstag deutlich zugelegt. Der richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future stieg bis zum Nachmittag um 0,85 Prozent auf 156,06 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel zeitweise auf 0,90 Prozent. Dies ist der niedrigste Wert seit Ende Mai. Bereits am Freitag war die Rendite kurz unter ein Prozent gefallen.

Vor allem die Versorgungslage mit Erdgas verunsichert die Märkte und stützt die als sicher geltenden Anleihen. Russland hatte am Montag eine Halbierung seiner bereits reduzierten Gaslieferungen durch die Ostseepipeline Nord Stream 1 angekündigt. Die europäischen Erdgaspreise legten am Dienstag erneut deutlich zu. Der in Amsterdam gehandelte Termin-Kontrakt TTF stieg erstmals seit Anfang März über 200 Euro je Megawattstunde. Deutschland ist besonders stark von russischem Erdgas abhängig. Ein Ausbleiben der Lieferungen würde die deutsche Wirtschaft stark belasten.

Die EU-Staaten haben unterdessen einen Notfallplan zur Drosselung Gasverbrauchs auf den Weg gebracht. Der Plan soll vor allem die Risiken reduzieren, die sich aus einer vollständigen Unterbrechung russischer Lieferungen ergeben könnten.

In den USA beginnen am Dienstag die zweitägigen geldpolitischen Beratungen der Notenbank Fed. Ergebnisse will sie am Mittwochabend bekannt geben. Es wird mit einer erneut deutlichen Zinsanhebung um 0,75 Prozentpunkte gerechnet. Eine Anhebung im selben Ausmaß hatte die Fed bereits nach ihrer Sitzung Mitte Juni vorgenommen. Am Nachmittag standen in den USA zudem einige Konjunkturdaten auf dem Programm, die überwiegend enttäuschten. So trübte sich das Verbrauchervertrauen im Juli deutlich stärker als erwartet ein./jsl/zb