FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen haben am Montag deutlich zugelegt. Zuletzt fiel der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future um 0,43 Prozent auf 158,31 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel auf 0,77 Prozent. Sie bewegt sich damit in der Nähe ihres tiefsten Stands seit April. Deutliche Kursgewinne gab es in Italien.

Gestützt wurden die Anleihen durch schwache Wirtschaftsdaten. Konjunkturdaten aus dem Euroraum zeichneten ein trübes Bild: Der Einkaufsmanagerindex von S&P Global für die Industrie fiel im Juli unter die Wachstumsgrenze von 50 Punkten. Der Industriesektor versinke in einem immer steileren Abschwung und erhöhe damit das Rezessionsrisiko, kommentierte Chris Williamson, Chefökonom von S&P Global.

Die Stimmung in der US-Industrie ist im Juli auf den niedrigsten Stand seit über zwei Jahren gefallen. Der Einkaufsmanagerindex ISM fiel zum Vormonat um 0,2 Punkte auf 52,8 Punkte. Volkswirte hatten allerdings noch einen etwas stärkeren Rückgang erwartet. "Vor diesem Hintergrund sollten die Wachstumszweifel nicht größer werden und die Fed kann an ihrem Plan festhalten, die Zinsen zur Eindämmung der Inflation zunächst weiter zu erhöhen", schreiben die Experten der Landesbank Hessen-Thüringen.

In Italien erhielten Staatsanleihen weiteren Zulauf. Im Gegenzug fiel die Rendite für zehnjährige Papiere erstmals seit Mai unter die Marke von drei Prozent. Italienische Staatsanleihen profitieren damit überproportional von dem auf Rezessionssorgen zurückgehenden Renditerückgang an den Kapitalmärkten. Die politische Unsicherheit angesichts vorgezogener Neuwahlen macht ihnen gegenwärtig nicht zu schaffen. Vielmehr scheinen die Papiere von der Zusage aus dem Mitte-Rechts-Lager zu profitieren, wonach EU-Haushaltsregeln auch unter einer rechtsgerichteten Regierung respektiert werden sollen./jsl/he