FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Mittwochmorgen zugelegt. Der für den deutschen Anleihemarkt richtungweisende Euro-Bund-Future kletterte zuletzt um 0,15 Prozent auf 171,02 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sank im Gegenzug auf minus 0,37 Prozent.

Nachdem die Hoffnung auf ein allmähliches Nachlassen der Corona-Pandemie in den Vortagen für mehr Zuversicht an den Finanzmärkten gesorgt hatte, könnten sich im Vorfeld der Osterfeiertage Gewinnmitnahmen durchsetzen. "Die Erholungsrally ist erst einmal vorbei", stellte Thomas Altmann, Head of Portfoliomanagement bei QC Partners, mit Blick auf die Börsen fest.

Im Streit über ein milliardenschweres Corona-Rettungspaket haben die EU-Finanzminister vorerst kein Ergebnis vorgelegt, sondern sich auf Donnerstag vertagt. Die schwierigste Hürde war nach Angaben von Teilnehmern der Streit über eine mögliche gemeinsame Schuldenaufnahme. Frankreich, Italien, Spanien und andere beharrten nach diesen Angaben in der Sitzung darauf, solche gemeinsamen europäischen Schuldtitel zumindest für Wiederaufbauprogramme nach der Pandemie ins Auge zu fassen. Deutschland, die Niederlande und andere hätten dies weiter abgelehnt, hieß es.

Dies spiegelte sich auch in den unterschiedlichen Renditeentwicklungen wider. Während sie bei deutschen Anleihen rückläufig waren, kletterten sie bei italienischen Papieren im frühen Handel deutlich um 0,12 Prozentpunkte auf 1,73 Prozent. Italien wäre einer der großen Profiteure von Hilfsmaßnahmen.

Sonst gibt es nicht allzu viele Impulsgeber. "Aufseiten der Datenveröffentlichungen sind nur wenige Einträge vorhanden und letztlich gehen wir nicht von größerem Markteinfluss aus", schrieb Volkswirt Ralf Umlauf von der Helaba in einem Kommentar./mf/jkr/fba