FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen haben am Mittwoch erneut deutlich nachgegeben. Kleine Hoffnungszeichen im Krieg zwischen Russland und der Ukraine belasteten die Anleihen. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future fiel um 0,84 Prozent auf 163,57 Punkte. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten mit 0,20 Prozent.

Schon am Vortag hatten als sicher empfundene Anlagen wie Bundeswertpapiere deutlich unter Druck gestanden.Es keimt leichte Hoffnung auf eine Annäherung der beiden Kriegsparteien auf. So strebt Russland nach Angaben des Kreml keinen Machtwechsel mehr in der Ukraine an. Die Ukraine hatte zuvor Bereitschaft zu Verhandlungen über einen neutralen Status signalisiert. An diesem Donnerstag wollen der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein ukrainischer Kollege Dmytro Kuleba zu Gesprächen in der Türkei zusammenkommen.

Zudem setzen Inflationssorgen die Festverzinslichen unter Druck. "Belastet wird der Markt vom massiven Anstieg der Inflationserwartungen auf den höchsten Stand seit Ende 2013", kommentierten Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Hintergrund ist der teils drastische Anstieg vieler Rohstoffpreise. Die Zentralbanken sehen sich zunehmend im Dilemma, entweder auf die steigende Inflation oder die absehbar schwächere Konjunktur zu reagieren. Die EZB wird an diesem Donnerstag ihre geldpolitischen Entscheidungen veröffentlichen./jsl/he