FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind am Montag kräftig gesunken. Der für den Anleihemarkt richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future fiel bis zum späte Nachmittag um 0,66 Prozent auf 160,38 Punkte. Damit haben die Kurse die Verluste aus dem frühen Handel deutlich ausgeweitet. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen stieg bis auf 0,44 Prozent. Das ist der höchste Stand seit Ende 2018.

Auftrieb erhalten die Renditen am deutschen Rentenmarkt von steigenden Inflationserwartungen. Dazu tragen in erster Linie hohe Energie- und Rohstoffpreise bei. Die Tendenz wurde am Morgen durch neue Preisdaten aus Deutschland bestätigt. Im Februar erhöhten sich die Erzeugerpreise nach Daten des Statistischen Bundesamts im Jahresvergleich um 25,9 Prozent und damit so stark wie noch nie.

Nach Einschätzung der Europäische Zentralbank (EZB) dürfte die Wirtschaft der Eurozone trotz des Krieges in der Ukraine weiter wachsen. Der Krieg werde zwar Folgen für das Wachstum im Währungsraum haben, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde in Paris. Selbst im "düstersten Szenario" gehe die EZB aber von einer wachsenden Wirtschaft aus, relativierte Lagarde. Ein solches Szenario umschrieb Lagarde mit inflationären Zweitrundeneffekten in Form deutlich steigender Löhne, einem Boykott russischer Energie sowie einem lang andauernden und verschärften Krieg./jkr/jha/