FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutscher Staatsanleihen sind am Donnerstag vor wichtigen Konjunkturdaten mit Kursverlusten in den Handel gestartet. Im Vergleich zu den kräftigen Verlusten an den beiden Vortagen hielten sich die Abschläge im frühen Handel aber in Grenzen. Der richtungweisende Euro-Bund-Future fiel am Morgen geringfügig um 0,02 Prozent auf 175,28 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe betrug minus 0,39 Prozent.

An den Finanzmärkten sorgte eine Mischung aus Konjunkturoptimismus und der Hoffnung auf einen Impfstoff im Kampf gegen die Corona-Pandemie für mehr Risikofreude bei den Anlegern. Entsprechend unter Druck gerieten vergleichsweise sichere Papiere wie deutsche Bundesanleihen. Unter anderem hatte sich in der Eurozone und in den USA laut Daten vom Mittwoch die Stimmung der Einkaufsmanager in der Industrie deutlich verbessert.

Experte Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) erklärte die aktuelle Schwächephase an den Rentenmärkten aber auch mit der jüngsten Entwicklung in der Krisenpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). "Die EZB vermittelt den Eindruck, dass sie das auf 1,35 Billionen Euro ausgeweitete Anleihekaufprogramm PEPP möglicherweise nicht im vollen Umfang nutzen will", sagte Wortberg.

Im Tagesverlauf ist am deutschen Rentenmarkt mit weiteren Impulsen durch wichtige Konjunkturdaten zu rechnen. Am Nachmittag steht die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts für Juni auf dem Programm. Zuvor hatten bereits Daten aus der Privatwirtschaft der USA Hinweise auf einen kräftigen Stellenaufbau geliefert./jkr/stk