FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Freitag gestützt durch die Ausbreitung des neuen Coronavirus deutlich gestiegen. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> fiel bis zum späten Nachmittag um 0,24 Prozent auf 173,42 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei minus 0,34 Prozent.

Die Anleihen legten im Nachmittagshandel merklich zu. In den USA ist ein zweiter Fall der neuen Lungenkrankheit aus China aufgetreten. Es handele sich um eine Frau in Chicago, die vor kurzem aus der am stärksten betroffenen chinesischen Stadt Wuhan zurückgekehrt sei, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Freitag mit. Zudem würden mehr als 50 Verdachtsfälle in 22 verschiedenen Bundesstaaten beobachtet.

China hingegen reagiert mit immer neuen Maßnahmen auf die Ausbreitung des Virus. Unterdessen werden Zweifel laut, ob die offiziellen Angaben das wahre Ausmaß der Infektionswelle im Land wiedergeben. Eine weitere Ausbreitung könnte laut Ökonomen gravierende wirtschaftliche Auswirkungen haben. Dies stützte die als sicher geltenden Staatsanleihen.

Aussagen der EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Morgen bewegten den deutschen Rentenmarkt kaum. Sie hatte am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos in einem Fernsehinterview deutlich gemacht, dass auch während der Strategiedebatte innerhalb der Notenbank Änderungen der Geldpolitik der EZB möglich seien./jsl/he