FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen haben am Mittwoch gestützt durch die trübe Stimmung an den Finanzmärkten deutlich zugelegt. Der Terminkontrakt Euro-Bund-Future <DE0009652644> stieg bis zum späten Nachmittag um 0,38 Prozent auf ein Rekordhoch bei 178,35 Punkten. Die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen sank im Gegenzug auf ein Rekordtief bei minus 0,65 Prozent.

Schwache Konjunkturdaten aus Deutschland belasteten die Anleihen. Internationale Handelskonflikte und die Abkühlung der Weltkonjunktur hatten die exportorientierte deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal ausgebremst. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) war nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal geschrumpft. Am Markt war dieser Rückgang erwartet worden.

Ökonomen schauen skeptisch in die Zukunft. "Mit einer nachhaltigen Wende zum Besseren ist auch im kommenden Jahr nicht zu rechnen", kommentierte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. "Die deutsche Wirtschaft bleibt im einem Graubereich zwischen Magerwachstum und Rezession."

Zudem wuchs wieder die Skepsis mit Blick auf den Handelsstreit zwischen den USA und China. China will laut einem Medienbericht an den geplanten Handelsgesprächen mit den USA im September zwar festhalten. Vertreter China zeigten sich jedoch skeptisch mit Blick auf die Erfolgsaussichten. Zudem stützten die starken Kursverluste an den Aktienmärkten die Anleihen.

In allen Ländern der Eurozone gaben die Renditen nach. Die Entwicklung beschränkte sich jedoch nicht nur auf Europa. So fiel in den USA die Rendite für 30-Jährige Anleihen auf ein Rekordtief. Zudem sank die Rendite für zehnjährige Papiere vorübergehend unter das Niveau von zweijährigen Anleihen. Hier spricht man von einer inversen Zinskurve. In der Vergangenheit war eine länger anhaltende inverse Zinskurve meistens ein Signal für eine Rezession./jsl/he