FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen haben am Montag etwas zugelegt. Der richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future stieg bis zum Mittag um 0,16 Prozent auf 174,27 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf minus 0,50 Prozent. Die Renditen gaben in allen Ländern der Eurozone nach.

In der Eurozone wurden nur wenige Daten veröffentlicht. Die Industrieproduktion in der Eurozone hat sich im Juli weiter von dem schweren Einbruch in der Corona-Krise erholt, allerdings mit geringerem Tempo als zuletzt. Die Produktion war um 4,1 Prozent zum Vormonat gestiegen. Die Entwicklung war wenig überraschend, da bereits die Zahlen aus den einzelnen Mitgliedsländern zuvor veröffentlicht wurden.

Vor der Europäischen Zentralbank (EZB) kamen am Wochenende Signale für eine mögliche weitere Lockerung der Geldpolitik. Die jüngste Aufwertung des Euro hat laut EZB-Präsidentin Christine Lagarde die Wirkung der geldpolitischen Lockerungen der Notenbank mit Blick auf die Inflationsentwicklung teilweise konterkariert. Die Notenbank stehe daher bereit, alle Instrumente falls nötig anzupassen. "Wenn es darum geht, unser Preisstabilitätsziel zu erreichen, gibt es und wird es keine Selbstgefälligkeit geben", sagte Lagarde am Sonntag.

Auch im Laufe der Woche steht die Geldpolitik im Blick. Großes Interesse dürfte die Zinssitzung der US-Notenbank Fed am Mittwoch auf sich ziehen. Es werden zwar keine großen Weichenstellungen erwartet. Die Zentralbank veröffentlicht aber neue Prognosen zu Wachstum, Inflation und Leitzins. Fachleute erwarten, dass wegen der Corona-Krise für die nächsten Jahre Zinsen an der Nulllinie signalisiert werden./jsl/bgf/stk