FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind am Dienstag gefallen. Robuste Konjunkturdaten aus der Eurozone belasteten etwas. Der richtungweisende Euro-Bund-Future fiel bis zum Nachmittag um 0,19 Prozent auf 175,61 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf minus 0,41 Prozent.

Die Unternehmensstimmung in der Eurozone erholte sich im Juni kräftig von ihrem Einbruch in der Corona-Krise. Der vom Forschungsinstitut IHS Markit erhobene Einkaufsmanagerindex stieg merklich stärker als erwartet. Besonders positiv überraschte die Entwicklung in Frankreich. Dort wird sowohl für die Industrie als auch für den Dienstleistungssektor sogar wieder eine Expansion der wirtschaftlichen Aktivität signalisiert. Die Reaktionen am Anleihemarkt hielten sich aber in Grenzen. Italienische Anleihen profitierten von der gestiegenen Zuversicht.

Commerzbank-Volkswirt Christoph Weil gab sich jedoch zurückhaltend. Zum einen brauche es Zeit, die durch die Krise unterbrochenen Lieferketten zu reparieren. Zum anderen werde die globale Nachfrage weiterhin durch den fortgesetzten Kampf gegen die Corona-Pandemie gebremst. Hinzu kämen die gestiegene Arbeitslosigkeit, die Unsicherheit über die weitere Entwicklung und die weiter bestehenden Corona-Einschränkungen. Ihr Vorkrisenniveau werde die Wirtschaftsleistung erst 2022 wieder erreichen.

Am Nachmittag stützten robuste Immobiliendaten aus den USA die gewachsene Zuversicht. Der US-Häusermarkt hat sich im Mai spürbar von der Durststrecke in der Corona-Krise erholt. Die Neubauverkäufe lagen 16,6 Prozent über dem Niveau von April. Im März und April waren die Verkäufe dagegen deutlich zurückgegangen. Analysten hatten aktuell einen Zuwachs um lediglich 2,7 Prozent erwartet./jsl/mis