FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen sind am Montag mit Kursverlusten in die neue Handelswoche gestartet. Die gute Stimmung an den Aktienmärkten laste auf sicheren Anlagen, hieß es am Markt. Der Terminkontrakt Euro-Bund-Future fiel bis zum Mittag um 0,12 Prozent auf 178,37 Punkte zurück. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe betrug minus 0,62 Prozent.

Für gute Stimmung sorgten zwei Dauerbrenner an den Märkten: Zum einen gibt es einen neuen Kompromissvorschlag zu dem seit langem angepeilten Corona-Konjunkturpaket in den USA. Die Erfolgsaussichten des Vorschlags sind ungewiss. Zuversichtlich stimmt aber, dass die Initiative von demokratischen als auch republikanischen Parlamentariern stammt. Zudem sind besonders strittige Teile des Pakets abgetrennt worden, um die Zustimmung zu anderen Teilen zu erleichtern.

Hoffnung gibt es auch im zweiten Dauerthema, dem Brexit. Obwohl am Wochenende eine selbstgesetzte Frist ausgelaufen war, wollen Großbritannien und die EU weiter über ein Handelsabkommen für die Zeit nach dem Brexit verhandeln. Ohne Abkommen würden ab Anfang 2021 Zölle und andere Handelshemmnisse gelten, was nach Meinung vieler Fachleute vor allem die britische Wirtschaft, aber auch die EU treffen würde.

Produktionsdaten aus der Industrie der Eurozone bewegten die Märkte nicht nennenswert. Das verarbeitende Gewerbe setzte im Oktober seine Erholung vom Corona-Einbruch im Frühjahr fort, ohne dass das Vorkrisenniveau bereits erreicht wäre. Die Aussichten für die Industrie sind aufgrund der jüngsten Corona-Welle eher ungünstig. Allerdings leidet der Sektor weniger stark unter den Virus-Einschränkungen als die Dienstleister./bgf/jsl/jha/