FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind am Mittwoch gefallen. Bis zum Nachmittag sank der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future um 0,23 Prozent auf 156,90 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg im Gegenzug auf 0,87 Prozent. Sie hat sich damit wieder etwas von dem am Vortag markierten Viermonatstief von 0,68 Prozent entfernt.

Robuste Konjunkturdaten aus den USA belasteten die Festverzinslichen. Die Stimmung im Dienstleistungssektor hat sich im Juli überraschend aufgehellt. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex des Instituts for Supply Management (ISM) stieg zum Vormonat an, während Volkswirte einen Rückgang erwartet hatten. "Damit gibt es keine Hinweise auf eine Schrumpfung des Sektors und Wachstumssorgen sollten vor diesem Hintergrund tendenziell kleiner werden", schreiben Ulrich Wortberg, Analyst bei der Landesbank Hessen-Thüringen. Die US-Notenbank könne an ihrem Plan festhalten, die Leitzinsen weiter zu erhöhen. Zudem stiegen im Juni die Auftragseingänge für die US-Industrie überraschend deutlich.

Am Mittwochmorgen hatten die als sicher geltenden Bundesanleihen zunächst erneut zugelegt. Für Nervosität sorgte der Besuch der Vorsitzenden des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, in Taiwan. China sieht Taiwan als Teil der Volksrepublik an, lehnt offizielle Kontakte anderer Länder zu dem Inselstaat strikt ab und hatte die USA vor dem Besuch Pelosis vehement gewarnt. Als Reaktion startete Chinas Militär Manöver mit Schießübungen in Meeresgebieten, die Taiwan umringen. Im Streit mit Peking fürchtet Taiwan eine See- und Luftblockade durch chinesische Militärmanöver rund um die demokratische Inselrepublik./jsl/he