FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen haben am Mittwoch von einer allgemeinen Verunsicherung an den Finanzmärkten profitiert und deutliche Kursgewinne verzeichnet. Der für den Anleihemarkt richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future stieg am späten Nachmittag um 0,42 Prozent auf 160,06 Punkte. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen betrug 0,46 Prozent.

Beobachter erklärten die stärkere Nachfrage nach sicheren Anlagen vor allem mit der trüberen Stimmung an den Aktienmärkten. Nach wie vor ist die Unsicherheit wegen des Ukraine-Kriegs hoch.

Für Verunsicherung sorgten auch Äußerungen des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Demnach müssen etwa Kunden in Deutschland und anderen EU-Staaten ihre Gaslieferungen aus Russland künftig in Rubel bezahlen. Der russische Präsident wies am Mittwoch die Regierung an, keine Zahlungen in Dollar oder Euro mehr zu akzeptieren.

Am Donnerstag werden die Spitzen der EU und der Nato zu Krisengipfeln zusammenkommen. Dabei dürften auch mögliche weitere Sanktionen gegen Russland besprochen werden. Schon jetzt haben viele Länder Russland, das einer der größten Erdölförderer der Welt ist, mit Sanktionen belegt. Die USA haben darüber hinaus entschieden, kein russisches Öl mehr importieren zu wollen, Großbritannien hat das Ziel für das Jahresende ausgerufen.

Gestützt wurden die Bundesanleihen auch durch schwache Konjunkturdaten aus der Eurozone. Im März hat sich die Verbraucherstimmung in der Eurozone wegen des Kriegs in der Ukraine und einer hohen Inflation stark eingetrübt. Ein von der EU-Kommission erhobener Indikator sackte um 9,9 Punkte auf minus 18,7 Zähler. Damit rutschte die Konsumlaune auf das Niveau, das zuletzt im Frühjahr 2020 erreicht worden war. Damals hatte der Beginn der Corona-Krise das Vertrauen der Verbraucher erschüttert./jkr/jha/