FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen haben am Donnerstag im Zuge der Aktienmarktschwäche deutlichen Zulauf erhalten. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future stieg bis zum Mittag um 0,78 Prozent auf 154,98 Punkte. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen fiel im Gegenzug auf 0,86 Prozent. Sie entfernt sich damit wieder deutlich von dem am Montag markierten Achtjahreshoch von 1,19 Prozent.

Marktteilnehmer erklärten die hohe Nachfrage nach als sicher empfundenen Wertpapieren mit der trüben Stimmung an den Aktienbörsen. Für Ernüchterung sorgen unter anderem neue Corona-Infektionen in der chinesischen Metropole Shanghai, die baldigen Lockerungen der scharfen Virus-Beschränkungen entgegenstehen. Die Einschränkungen stellen eine Bürde für den Welthandel dar, da der Hafen in Shanghai eine große Bedeutung für die internationale Güter-Schifffahrt hat.

Darüber hinaus sorgt die Aussicht auf vielerorts steigende Leitzinsen für Konjunkturskepsis. Vor allem der voraussichtliche Kurs der US-Notenbank Fed verunsichert die Marktteilnehmer. Die wohl deutlichen Zinsanhebungen und die angepeilte Bilanzreduzierung bringen konjunkturellen Gegenwind mit sich. Es kämen Sorgen auf, dass die US-Wirtschaft aufgrund einer langanhaltend restriktiven Geldpolitik der Fed in eine Rezession rutsche, heißt es von der Dekabank.

Konjunkturdaten mit breiter Marktwirkung stehen am Donnerstag nur wenige auf dem Programm. Von Interesse dürften US-Preisdaten von der Unternehmensebene sein. Sie dürften die leicht rückläufige Inflation, die am Vortag schon Verbraucherpreisdaten abgebildet hatten, bestätigen. In den USA werden zudem die wöchentlichen Daten vom Arbeitsmarkt erwartet, die Hinweise auf den Zustand des Jobmarkts geben./bgf/jsl/jha/