FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind am Mittwoch gestiegen. Analysten begründeten die Käufe am Anleihemarkt mit einer tristen Stimmung an den Aktienbörsen: "Die Aktienmärkte stehen weiter unter Druck, nachdem Banken in Großbritannien angekündigt haben, keine Dividende zu zahlen", sagte Alexander Aldinger von der Bayerischen Landesbank. Angesichts der nur schwer einschätzbaren Folgen des Coronavirus setzten Investoren auf als sicher geltende Staatspapiere.

Der richtungweisende Euro-Bund-Future stieg bis zum Mittag um 0,19 Prozent auf 172,98 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen gab entsprechend auf minus 0,50 Prozent nach. In den Ländern der Eurozone-Peripherie wie Italien, Spanien und Portugal stiegen dagegen die Renditen, ebenso in Griechenland.

Anders als am Vortag konnten verbesserte Konjunkturdaten auf China nicht für Entspannung an den Finanzmärkten sorgen. Eine Stimmungsumfrage in Industrieunternehmen deutete im März auf eine Stabilisierung hin nach dem Einbruch in Folge der Corona-Krise. Am Vortag hatte der offizielle chinesische Einkaufsmanagerindex für die Industrie noch für Durchatmen an den Kapitalmärkten gesorgt.

Auch die mit der starken Ausbreitung des Coronavirus in den USA einher gehenden Sorgen lasteten auf der Stimmung. Die Zahl der Infektionen war in den vergangenen Tagen dramatisch angestiegen. Auch an den US-Börsen dürfte es daher am Mittwoch deutliche Verluste geben.

Am Nachmittag dürfte sich das Interesse auf Konjunkturdaten aus den USA richten. Veröffentlicht werden zwei Umfragen unter Einkaufsmanagern im März sowie Zahlen des privaten Dienstleisters ADP zur Beschäftigung. Analysten rechnen im Mittel ihrer Annahmen damit, dass die Beschäftigung im Privatsektor im März um 150 000 Stellen zurückgeht./bek/jsl/mis