FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Mittwoch gestiegen. Nachdem zunächst die Aussicht auf eine schwächere Inflation in Deutschland für starken Auftrieb gesorgt hatte, haben sich die Kursgewinne nach spanischen Inflationsdaten wieder eingegrenzt. Der richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future legte am Morgen um 0,20 Prozent auf 145,66 Punkte zu. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel im Gegenzug auf 1,58 Prozent.

Am Anleihemarkt stehen Preisdaten und ihre Auswirkungen auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) im Mittelpunkt des Interesses. Am frühen Morgen war aber bekannt geworden, dass sich die Inflation in Nordrhein-Westfalen im Juni abgeschwächt hat, auf 7,5 Prozent nach 8,1 Prozent im Mai. Die Daten aus dem bevölkerungsreichsten Bundesland sind Bestandteil der ersten Schätzung des Statistischen Bundesamtes für die deutsche Teuerung insgesamt.

In den vergangenen Handelstagen kam es zu Kursverlusten am deutschen Rentenmarkt, nachdem steigende Inflationserwartungen die Spekulation auf eine deutlichere Zinserhöhung verstärkt hatte. "Mit den NRW-Preiszahlen kam es am Morgen aber zu einer deutlichen Kurserholung", hieß es in einem Marktkommentar der Landesbank Hessen-Thüringen. Zeitweise war der Bund-Future bis auf 147,37 Punkte gestiegen.

Im frühen Handel musste der Bund-Future aber wieder einen Teil der Gewinne abgeben. Auslöser waren unter anderem Preisdaten aus Spanien. Hier hat sich der Anstieg der Inflation im Juni überraschend stark beschleunigt. Die für europäische Vergleichszwecke berechnete Inflationsrate stieg auf 10,0 Prozent, während Analysten nur 8,7 Prozent erwartet hatten.

Außerdem hat sich mit dem litauischen Notenbankchef Gediminas Simkus ein EZB-Rat am Morgen für eine deutliche Zinserhöhung um 0,5 Prozentpunkte als Option für die Zinsentscheidung im Juli ausgesprochen. Auch dies habe den Kursanstieg am deutschen Rentenmarkt eingegrenzt, hieß es aus dem Markt./jkr/stk