FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutsche Bundesanleihen haben am Montag etwas zugelegt. Am Nachmittag notierte der richtungsweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future bei 174,06 Punkten und damit 0,09 Prozent höher als am Freitag. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen fiel auf minus 0,30 Prozent. Auch an anderen Rentenmärkten der Eurozone gingen die Renditen meistens zurück.

Der Handel verlief in ruhigen Bahnen. Marktbewegende Konjunkturdaten wurden nicht veröffentlicht. Etwas Unterstützung erhielten die Anleihekurse vom Rohölmarkt, wo die Preise nachgaben. Da Erdöl, Benzin und Diesel großen Einfluss auf die Entwicklung der Verbraucherpreise haben, wirken sich Preisbewegungen am Ölmarkt oft auf die Kapitalmarktzinsen aus.

"Marktteilnehmer sind weiterhin verunsichert und daher sollte das Interesse an scheinbar sicheren Bundesanleihen auch nicht abreißen", erwarten die Analysten der Landesbank Hessen-Thüringen. "Es gibt weiterhin Sorgen vor der Ausbreitung der Delta-Variante, wodurch wiederum der konjunkturelle Aufschwung gefährdet werden könnte."

Zudem ist ein Ende der extrem lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zuletzt in noch weitere Ferne gerückt. EZB-Präsidentin Christine Lagarde wies in einem Interview auf die hohe Bedeutung der nächsten Zinssitzung in etwa eineinhalb Wochen hin. Es seien einige interessante Änderungen zu erwarten, sagte sie dem Sender Bloomberg TV. Die Notenbank hatte in der vergangenen Woche ihre Strategie angepasst und neben einem neuen etwas höheren Inflationsziel unter anderem beschlossen, ihre Kommunikation zu vereinfachen. Auch könnte das Versprechen einer anhaltend lockeren Geldpolitik (Forward Guidance) an das neue Inflationsziel angepasst werden./jsl/men