FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Bundesanleihen haben am Mittwoch während eines entscheidenden Treffens zum Brexit-Handelsabkommen leicht nachgegeben. Der Terminkontrakt Euro-Bund-Future fiel bis zum Abend um 0,04 Prozent auf 178,13 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe betrug minus 0,60 Prozent.

An den Finanzmärkten blicken die Anleger nach Brüssel. Dort unternehmen zur Stunde EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und der britische Premier Boris Johnson einen weiteren Anlauf, die Differenzen zwischen den beiden Wirtschaftsmächten zu bereinigen. Es geht um ein Handelsabkommen nach dem Brexit Ende des Jahres. Trotz einer gewissen Annäherung gibt es in entscheidenden Punkten nach wie vor Meinungsverschiedenheiten.

Auf einem anderen Konfliktfeld scheint unterdessen eine Einigung gelungen zu sein. So wurde im Streit über den EU-Haushalt offenbar ein Kompromiss ausgehandelt. Die Verständigung sieht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur vor, zu dem von Polen und Ungarn kritisierten Rechtsstaatsmechanismus eine Zusatzerklärung zu verabschieden. Damit rückt ein Ende der Blockade des EU-Haushalts und milliardenschwerer Corona-Hilfen in greifbare Nähe.

Die Verhandlungen auf EU-Ebene und mit Großbritannien sind zusammen mit der Corona-Pandemie derzeit zentrale Themen an den Finanzmärkten. Hinzu kommt die Geldpolitik. In diesem Jahr werden sowohl die US-Notenbank Fed als auch die EZB nochmal tagen. Die EZB dürfte ihre bereits sehr lockere großzügige Geldpolitik an diesem Donnerstag zusätzlich lockern. Die Federal Reserve wird eine knappe Woche später über ihren Kurs entscheiden./bgf/jsl/men