FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Donnerstag nach den geldpolitischen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) etwas gefallen. Der Terminkontrakt Euro-Bund-Future sank bis zum frühen Abend um 0,04 Prozent auf 178,12 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei minus 0,61 Prozent.

Die neuen Maßnahmen der EZB im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der zweiten Corona-Welle haben die Anleihekurse etwas belastet. Die Notenbank weitete ihr Notkaufprogramm für Anleihen (PEPP) um 500 Milliarden auf 1,85 Billionen Euro aus. Die Laufzeit wird um neun Monate bis mindestens Ende März 2022 verlängert. Auch andere Maßnahmen der Notenbank wurden angesichts der Pandemielage verschärft.

"Die EZB hat mit Ihrem Maßnahmenpaket fast eine Punktlandung hingelegt", kommentierte Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank. In der Summe seien die Markterwartungen getroffen worden. Die Enttäuschung an den Finanzmärkten dürfte daher nicht anhalten. "Die Geldpolitik bleibt im Krisenmodus, das Zinsniveau bleibt am Boden festgenagelt", so Kater.

Deutlicher gestiegen sind die Kurse britischer Staatsanleihen. Sie profitierten von der anhaltenden Unsicherheit um die Verhandlungen um den Brexit-Handelspakt. Die EU hat Großbritannien eine letzte Frist bis Sonntag gesetzt. Beim gemeinsamen Abendessen zwischen EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen und dem britischen Premier Boris Johnson am Mittwochabend gab es keine Lösung./jsl/men